- Bürgerkommune Fraunberg -

26.11.2011

Zu einem Planungstag mit der Überschrift „Ortsmitte Reichenkirchen“, luden Bürgermeister Hans Wiesmaier, Hans Rasthofer, Vorstand des Gemeindeentwicklungsvereins sowie Anton Maier von der Kirchenverwaltung Reichenkirchen, die Bürgerschaft des Ortes ein. Wie schon im Amtsblatt angekündigt, arbeitete man sich gemeinsam vom Sportheim über die Lohkirchner Straße in Richtung Pfarrheim und weiter zur Ortsmitte vor. Auf diese Weise wollte man den ca.60 interessierten Reichenkirchnern den derzeitigen Stand der Planungen zu den einzelnen Dorferneuerungsmaßnahmen und auch deren Zusammenhang offensichtlich legen.
Bürgermeister Wiesmaier zeigte sich ob der großartigen Beteiligung äußerst erfreut und begrüßte im Besonderen die anwesenden Gemeinderäte, den „Partner Kirchenverwaltung“ sowie Planer Jakob Oberpriller, der die Gemeinde seit nunmehr drei Jahren als Fachberater und Architekt begleitet und in die Planungen um Reichenkirchen bestens eingebunden ist. Wiesmaier machte deutlich, dass in der Gemeinde Fraunberg die Dorferneuerung in den Ortschaften Fraunberg und Reichenkirchen angeordnet sei und man diese einmalige Chance nutzen sollte. „Die Baufenster sind momentan ganz weit offen“, gab er in Hinblick auf den Maßnahmenbegleitenden Zuschussgeber, dem Amt für Ländliche Entwicklung zu verstehen. Er erinnerte an bereits ausgeführte Projekte wie zum Beispiel den Dorfweiher, die Schulsportanlage auf dem Sportplatz der SG Reichenkirchen oder den Radweg von Reichenkirchen nach Tittenkofen, der Innerorts durch die Gemeinde gebaut werden musste. „Man muss das Ganze im Zusammenhang sehen“ gab er zu verstehen und antwortete auf die Frage, ob in der Ortsmitte nun ein „Dorfplatz oder ein Kirchplatz“ geplant werde: „Eine absolute Trennung nach Kirche und Gemeinde würde das Projekt zum Scheitern verurteilen“. 
Architekt Oberpriller erläuterte an Plänen die bereits vollendeten und angedachten Vorhaben. Die Schaffung einer vernünftigen Wegebeziehung zwischen Dorfmitte mit Schule und Kirche und dem Sportgelände mit den Parkplätzen und der Schulsportanlage bezeichnete er als „höchste Maßnahme“. Eine Verbesserung der jetzigen ungenügenden Situation soll hauptsächlich durch breitere Gehwege entlang der Staatsstraße (Hauptstraße), eine vernünftig gestaltete Querungshilfe an der Einmündung Lohkirchner Straße und einer optischen Verschmälerung der Staatstraße zu erreichen sein. Dies kann allerdings nur verwirklicht werden, wenn Grundstücksanlieger dringend benötigte Flächen zur Verfügung stellen und sich das Straßenbauamt einer Reichenkirchner Lösung gegenüber offen zeigt. Durch ein bereits erfolgtes Treffen mit den Bundestagsabgeordneten Max Lehmer (CSU) und Ewald Schurer (SPD) vor Ort und einem weiteren diesbezüglichen Termin bei Innenminister Joachim Herrmann, erhofft Wiesmaier, auf höchster Ebene, Verständnis für die Reichenkirchner Belange zu erhalten. Den Vorschlag, „eine Verkehrsinsel, ähnlich der in Grucking in Höhe Feuerwehrhaus zur Verkehrsberuhigung einzubauen“ nahm man gerne auf. Bürgermeister und Architekt mussten jedoch zu bedenken geben, dass es sich im Unterschied zu Grucking hier um eine Staatsstraße handle. Die scharfen Vorgaben des Straßenbauamts, die ein stündliches Verkehrsaufkommen von 450 Autos pro Stunde verlangen um hier Zustimmung zu bekommen, werden mit derzeitigen Zählungen knapp nicht erreicht. Im Hinblick auf die künftige Verkehrsentwicklung sehen es beide deshalb als unumgänglich im Sinne einer vernünftigen Lösung stetig weiter zu verhandeln. Der Vorschlag, den Gehweg an der Staatstraße zu verkürzen indem man ihn über das Pfarrhofgrundstück führt wurde bereits bei früheren Planungen verworfen. Der Eingriff in den „privaten Bereich der Kirche“ würde dabei unverhältnismäßig ausfallen.
Als „eine Chance, die man wahrnehmen muss“ bezeichnete Bürgermeister Wiesmaier das neu zu errichtende Leichenhaus an Stelle der Garage des Pfarrhofes. Um den Teilnehmern den benötigten Umgriff zu veranschaulichen hatte Oberpriller das Gelände  provisorisch abgesteckt. Beschlüsse seitens Gemeinderat, Kirchenverwaltung und der Teilnehmergemeinschaft Reichenkirchen sehen einen Garagen- und Leichenhausneubau an dieser Stelle vor. Durch Erweiterung der Kirchenmauer zum Neubau hin, würde sich ein ausreichender Aufstellplatz vor dem neuen Leichenhaus ergeben. Eine zu errichtende Treppe, die weiterhin den Zugang zum Friedhof über den Pfarrhof ermöglicht, soll auch Kirchenbesuchern, welche den Parkplatz an der Lohkirchner Straße nutzen, zugänglich sein. Ein Barrierefreier Zugang auf das Kirchengelände ist jedoch auch weiterhin nur über die Südseite vom Dorfplatz her gegeben. Um diesem Anspruch zu genügen, sollen hier im Zuge der Neugestaltung Behindertenparkplätze ausgewiesen werden.
Der Planungsvorschlag, den gewonnenen Platz nach Abbruch des alten Leichenhauses, in den Dorfplatz einzubringen, wurde nach eingehender Erläuterung durch Oberpriller als positiv aufgefasst. Die Möglichkeit, so einen repräsentativen Eingang zu Friedhof und Kirche zu schaffen, den Platz davor aber gestalterisch so hervorzuheben, das er als Kirchenzugehörig erkennbar sei, wurde als vorteilhaft gesehen. Darüber hinaus wurde offensichtlich, dass sich ein verbesserter Blick auf die Pfarrkirche St. Michael und somit eine zusätzliche Aufwertung des Platzes ergeben würde. Bürgermeister Wiesmaier und Architekt Oberpriller versicherten, dass bei weiterführenden Planungen wiederum Rückmeldung aus der Bürgerschaft eingeholt würde. Verschiedene wertvolle Überlegungen, welche unter anderem auf die Möglichkeit des Befahrens des Friedhofes mit einer Hebebühne hinwiesen, sollten so Berücksichtigung finden.
Wiesmaier versuchte einen Zeitplan für das Gesamtvorhaben aufzustellen. Bereits nächste Woche soll ein Abstimmungsgespräch mit Ordinariat und Kirchenverwaltung erfolgen. 2012 soll mit dem Bau des neuen Leichenhauses, der Friedhofs- erweiterung in Richtung Osten für ca. 80 Gräber und der Ertüchtigung des Gehweges von der Lohkirchner Straße bis zur Ortsmitte begonnen werden. Die Gestaltung des Dorfplatzes ist 2013 geplant. Weitere Planungstage sollen der Bevölkerung die Möglichkeit der Mitgestaltung und Ideeneinbringung bieten.
„Ich bin begeistert, dass Ihr Euch alle Zeit genommen habt und damit auch gezeigt habt, dass Euch Reichenkirchen wichtig ist“, freute sich Bürgermeister Wiesmaier und bedankte sich bei den engagierten Bürgern. Viele Rückmeldungen bestätigten, dass dieser Planungstag als wertvoller Meilenstein innerhalb des Dorferneuerungs- prozesses in Reichenkirchen angesehen wurde.
R.H.