- Bürgerkommune Fraunberg -

08.12.2011

Wie schon am Tag zuvor die Klasse 4a aus Reichenkirchen mit Klassenlehrerin Claudia Glatter, besuchte am  8. Dezember auch die 4b aus Maria Thalheim mit Klassenlehrer Stephan Gießmann die Gemeindeverwaltung in Fraunberg. Sie wollten sich so auf bestmöglichste Weise innerhalb des Schulfaches HSU (Heimat- und Sachkundeunterricht) mit dem Themengebiet „Gemeinde“, direkten Einblick in die Aufgaben der einzelnen Ressorts der Verwaltung beschaffen. Die jungen Gemeindebürger wurden von Bürgermeister Wiesmaier begrüßt, der sich darüber freute ihnen aufzeigen zu können, „wie Gemeinde funktioniert“. 
Zunächst gab Hauptverwalter, Friedhelm Eugel, einen kurzen Überblick über sein Tätigkeitsfeld. „Meistens geht’s ums Bauen, wenn die Leute zu mir kommen“, machte er den Schülern verständlich. Am Beispiel des Planes für das Schulgebäude in Maria Thalheim und eines 3-D-Modells des Schulgebäudes in Reichenkirchen zeigte er auf, welche Vorgänge durch die Einreichung eines Bauantrages ausgelöst werden. Viele weitere Aufgaben, wie zum Beispiel das vorbereiten und begleiten von Gemeinderatssitzungen, Bürgerversammlungen etc., fallen ebenfalls in seinen Zuständigkeitsbereich.
Den Schülern war anzumerken, dass sie die Begriffe „Kämmerei oder Haushalt“ nicht richtig zuordnen konnten. Die dafür zuständige Mitarbeiterin, Irmgard Mayer, erläuterte deshalb in Kurzform, welche Aufgaben Haushaltsplan, Finanzausschuss, Gemeinderat und Landratsamt  haben und brachte mit den zugehörigen Zahlen so manchen ins Staunen. Der Haushaltsumfang der Gemeinde Fraunberg für 2012 von 6 Millionen Euro in Ausgaben und Einnahmen überstieg so manche Vorstellungskraft und wurde vom Klassenlehrer gleich ins rechte Licht gerückt. „Bisher rechnen wir nur bis 100 000“, verteidigte er seine Schüler, die trotzdem richtig wiedergaben, dass sechs Nullen zur unvorstellbaren Zahl gehören.
Barbara Angermaier, zuständig für die Kasse, zeigte anhand verschiedener Belege auf, wie der Zahlungsverkehr innerhalb der Kommune funktioniert. „Das meiste geschieht bargeldlos“, wusste sie zu berichten, „nur kleinere Beträge, wie anfallende Gebühren beim Ausstellen eines Passes oder wenn Müllsäcke abgeholt werden, werden bar bezahlt. „Warum ist das Papier rot und das andere grün?“ lautete eine Frage zu den Deckblättern für die einzelnen Abrechnungsbelege. „Hier wird eine Unterscheidung zwischen Einnahmen (grün) und Ausgaben (rot) getroffen“, gab sie zu verstehen. Am Beispiel „Schwimmbadbesuch“ durch die Fraunberger Grundschule und die daraus für die Gemeinde entstehenden Kosten, wurde der zugehörige Verwaltungsvorgang erläutert.
Allergrößter Aufmerksamkeit konnte sich Mitarbeiter Georg Neumaier erfreuen, als es ihm gelang, anhand der Daten des Meldeamtes verschiedene Informationen über die anwesenden Kinder herauszufinden und darzustellen. Wer heute Geburtstag hat, wie oft der Name Huber in der Gemeinde vorkommt oder wie viele Einwohner derzeit in Großhündlbach leben, konnte mit nur wenigen Mausklicks recherchiert werden. Ebenso bestaunt wurde das Standesamtsbuch aus dem Thalheimer Bereich, welches einen ersten Eintrag aus dem Jahre 1876 aufweist.
Monika Feuchtgruber erläuterte, welche Steuern und Abgaben von ihr verwaltet werden. Mit größtem Interesse wurde dabei die Hundesteuer hinterfragt. Viele der Kinder outeten sich selbst als „Hundebesitzer“ und waren erstaunt, dass dafür Steuern bezahlt werden müssen. „Was glaubt ihr, was wird wohl ein Kubikmeter Wasser in der Gemeinde Fraunberg kosten?“, wollte Feuchtgruber von den jungen Gemeindebürgern wissen. Mit dem Schätzpreis 1000 Euro, gab dann Markus das höchste Gebot ab. Die tatsächlichen 63 Cent pro Kubikmeter. (Thalheimer Bereich) und die Erklärung, dass sich ein Kubikmeter aus 1000 Liter zusammensetzt, brachte teilweise ungläubiges Staunen hervor.
„Den Kinderreisepass erstellt die Gemeinde selbst, Personalausweis und Reisepass werden von der Bundesdruckerei geliefert“, wusste Rosemarie Schäffler zu berichten. Schäffler, überwiegend für Passamt und Amtsblatt zuständig zeigte auf, wie die Einträge für das gemeindliche Informationsblatt gesammelt, aufbereitet und an den Verlag weitergegeben werden. „Schreiben Sie alles selber“, „wie lange dauert es bis Sie sie sortiert haben“ oder „warum werden Extrablätter nicht ans Amtsblatt getackert“ waren nur einige der Fragen an die Mitarbeiterin im Gemeindeteam. Bürgermeister Wiesmaier erklärte den Schülern, dass die Gemeinde Fraunberg die einzige im gesamten Landkreis Erding sei, die das Amtsblatt wöchentlich kostenlos den Bürgern zur Verfügung stelle.
Im Sitzungssaal wurde dann den aufmerksamen und interessierten Viertklässlern zur Stärkung Wiener Würstchen aufgetischt. Hier fand man Gelegenheit, das Gemeindeoberhaupt mit Fragen einzudecken. „Wie lange gibt’s das Rathaus schon“, Ist der Beruf anstrengend“, Wo hängt das Gemeindewappen“ oder „Wie oft sind Sie in der Zeitung drin“, waren nur einige der Themen, welche die Schüler umtrieben. Klassenlehrer Stephan Gießmann überreichte zum Schluss im Namen seiner Klasse eine kleine Aufmerksamkeit an den Bürgermeister. Dieser bedankte sich für die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und durfte sich sicher sein, mit dieser Aktion einen kleinen Beitrag zur schulischen Bildung unseres Nachwuchses geleistet zu haben.  R.H.