-Bürgerkommune Fraunberg -

30 April 2012

Die unter dem Dach der „Gemeindeentwicklung Fraunberg“ agierende Projektgruppe „Älter werden in der Gemeinde Fraunberg“, kann bereits auf die erste erfolgreiche von ihr organisierte Veranstaltung zurückblicken. 36 Interessierte wollten sich zur Thematik „Patientenverfügung“ und der damit verbundenen „Vorsorge für weniger gute Zeiten“ aus berufenem Mund informieren. Mit Herta Heymach, der 2. Vorsitzenden des Christophorus Hospizvereins Erding, die dafür ins Pfarrheim nach Maria Thalheim kam und viel Neues und Interessantes zu berichten wusste, hatte man eine kompetente Referentin gewinnen können.
Heinrich Neumann aus Maria Thalheim, der zunächst innerhalb der Projektgruppe für den Bereich „Vorträge“ die Hauptverantwortung übernimmt, begrüßte neben Heymach auch Bürgermeister Hans Wiesmaier und Koordinationsbeauftragte Anni Gfirtner. Mittlerweile ist das Team, das sich mit dem Thema, „Älter werden in der Gemeinde Fraunberg“ beschäftigt, auf 17 Mitglieder angewachsen, so Neumann.
Bürgermeister Wiesmaier war sichtlich angetan von der guten Resonanz auf dieses Angebot und beschrieb die Philosophie der Gemeinde in Sachen älter werden mit den Worten: „Wir müssen umdenken, von der Vollversorgermentalität zur Eigenverantwortlichkeit.“ Mittlerweile, so Wiesmaier, habe man erkannt, dass der Bau von Altenheimen nicht der einzige Weg ist, hier Hilfestellung zu geben. „Viele Ältere befinden sich in Heimen, die auch zuhause bleiben könnten, wenn die entsprechenden Vorkehrungen getroffen würden“, gab er zu verstehen und freute sich über die bereits geleistete Arbeit der Seniorengruppe.
Dr. Hans-Jörg Walther aus Fraunberg, sah den Gemeindeentwicklungsverein als wichtige Plattform im Hintergrund und stellte verschiedene Vorhaben in Aussicht. Zielsetzung der Projektgruppe müsse es sein, eine Art Netzwerk zu bilden und als Anlaufstelle Hilfestellungen bereit zu halten. Geplante Aktivitäten, die von Computerhilfe über Lesestunden, Kräuterwanderungen oder  Beschäftigungs- und  Aktivierungsprogrammen bis hin zur Pflegebegleitung reichen, sind erste Betätigungsfelder, die weiterhin ausgebaut werden sollen.
Referentin Herta Heymach, nahm sich dem Thema Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht an. Sie gab zu bedenken, „dass man sich bei Zeiten darüber Gedanken machen müsse und nicht erst dann, wenn man nicht mehr dazu in der Lage ist“. Mit der Patientenverfügung hat man bereit selbst eine Entscheidung für den Fall getroffen, wenn man selbst nicht mehr zu entscheiden vermag und bietet so auch seinen Angehörigen eine Erleichterung. Dafür vorgesehene Formulare, sollen ab sofort auch in der Gemeindekanzlei oder über die Projektgruppe für unsere Gemeindebürger kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Als Anlaufpunkt kann nach wie vor jedes Notariat oder auch der Hospizverein gesehen werden, der nach wie vor, gerne und kostenlos Hilfestellung zur schriftlichen Niederlegung persönlicher Wertvorstellungen anbietet. Diese sind wichtig, damit über die Vorgaben des Formulars hinaus, individuelle Wünsche formuliert und rechtlich sicher verfasst werden können. Unter www.vorsorgeregister.de kann man eine privat erstellte Vollmacht gegen eine geringe Gebühr registrieren lassen. Im Betreuungsfalle kann so eine rechtliche Zuständigkeit leicht nachgewiesen werden. „Seit September 2009, müssen sich Ärzte genau an die Bestimmungen und Festlegungen in einer Patientenverfügung halten. Sie muss nicht mehr über einen Gerichtsbeschluss eingeleitet werden“, so Heymach. An verschiedenen Beispielen erläuterte sie, wie wichtig das Vorliegen einer Betreuungsvollmacht sein kann. „Es gibt in Deutschland kein gesetzliches Vertretungsrecht für Angehörige“, erläuterte sie und empfahl sogar jungen Menschen, in dieser Hinsicht Vorsorge zu betreiben. Eine Patientenverfügung sollte in zeitlichen Abständen von ca. zwei Jahren überarbeitet, ergänzt und erneut mit Datum und Unterschrift bestätigt werden. Dies beweist, dass man sich mit der Thematik laufend auseinandergesetzt hat und erleichtert so dem Entscheidungsträger eine Urteilsfindung bezüglich erforderlicher Maßnahmen.
Viele Fragen und Wortmeldungen der Informationssuchenden zeigten auf, dass man mit dieser Informationsreihe auf breites Interesse gestoßen ist. Der nächste Vortrag in dieser Reihe zum Thema, „Gut daheim alt werden“, findet am 11. Juni, ebenfalls um 19.00 Uhr, im Pfarrheim in Reichenkirchen statt.

R.H.
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