- Bürgerkommune Fraunberg -

10. Oktober 2012

Fraunberg / München – Bei der Feierstunde anlässlich der Kabinetts-Ausstellung des Staatsarchivs München, Archiv der Hofmark Fraunberg /  „Harnisch – Herrschaft – Bauernland“, war auch eine Abordnung Fraunberger Gemeinderäte vertreten.
Der Chef des Hauses, Leitender Archivdirektor, Priv. Doz. Dr. Peter Fleischmann, begrüßte die zahlreich erschienen Gäste. Einen besonderen Gruß richtete er dabei an die anwesenden Mitglieder der Familie von Fraunberg, die er als „Hauptakteure“ in dieser Angelegenheit bezeichnete.

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Fleischmann berichtete über die zurückliegende Arbeit und zeigte in etwa die Vorgehensweise bei der Archivierung, aller dieser umfassenden Unterlagen zur Hofmark Fraunberg auf. Es galt „eine Menge von Urkunden, Amtsbücher, und Akten nach einer bestimmten Logik zu ordnen“, so der Institutsleiter. Besonders bedankte er sich bei Mitarbeiterin Fr. Dr. Ofer, „die den Faden aufgenommen, und alles in einem Findbuch gegliedert hat“. Darüber hinaus wurde auch ein Ausstellungskatalog erstellt, dem weitgehendere Informationen zu den Exponaten zu entnehmen sind.
Ein weiteres Grußwort kam von Generaldirektorin der Staatlichen Archive, Dr. Margit Ksoll-Marcon,

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„Ich habe gerne mitgeholfen, auch weil der Adel ein Steckenpferd von mir ist“, betonte die Wissenschaftlerin. Sie war stolz auf das Ergebnis der zurückliegenden Arbeit und machte deutlich, dass es die Aufgabe eines Archivs ist, „nicht nur zu sichern“ sondern das gesammelte auch zugängig zu machen.
Historikerin Dr. Monika Ofer präsentierte mit aussagekräftigen Folien, wie das Archiv erschlossen wurde.

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„Das vorgefundene Ablagesystem, war relativ chaotisch“ gab Ofer zu bedenken. Insgesamt waren 1670 Archivalien zu erschließen, die hauptsächlich aus der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts stammen. Besonders in der Zeit weiter zurückliegende Dokumente zur Genealogie, zeigen die einstige große Bedeutung der Fraunberger als Reichserbritter des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation auf.
Das umfangreiche Fraunberger Archiv, dessen Archivalien bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen, gelangte 1978 durch Kauf an die Staatlichen Archive Bayerns und wird seither im Staatsarchiv München verwahrt. Die große Bedeutung des „Fraunberger Schatzes“, ist im Zusammenhang mit der wechselvollen Familiengeschichte des Hauses Fraunberg zu sehen, dessen Wirken weit in die bayerischen Lande und sogar darüber hinaus reichte. Schließlich gehörten die Freiherren von Fraunberg, die schon im 13. Jahrhundert schriftlich belegt sind, und deren Stammschloss sich bis heute im Familienbesitz befindet, zu den ältesten Adelsfamilien in Altbayern.

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Einer Pressemitteilung des Staatsarchiv München kann man entnehmen, dass nunmehr alle Akten, Amtsbücher und Urkunden vollständig erschlossen sind und ab sofort für die Forschung zur Verfügung stehen. Aus diesem Anlass zeigt das Staatsarchiv München ab dem 11. Oktober in einer Kabinetts-Ausstellung mit 25 Exponaten einige besonders herausragende Stücke aus dem Hofmarksarchiv. Die Quellen erzählen sowohl vom Alltagsleben der Adelsfamilie als auch von den Lebensbedingungen der Bevölkerung im Erdinger Land und dokumentieren die vom Adel ausgeübte Grund- und Gerichtsherrschaft. Zu sehen sind unter anderem der Steckbrief einer Räuberbande vom Jahr 1710, einige Nierensteine und das dazugehörige ärztliche Attest für einen Schlossherrn aus dem Jahr 1691, Berichte über die ersten Flugabwehrkämpfe an der Westfront im Ersten Weltkrieg und die „Satzung des Vereines zur Bildung einer Präbendenstiftung“ des Jahres 1837, die eine Art Aktiengesellschaft zur Versorgung von unverheirateten Töchtern des Adels ins Leben rief.
 Die Ausstellung im Staatsarchiv München ist vom 11. Oktober bis zum 30. November
2012 jeweils montags bis donnerstags von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr und freitags von 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen (1. November geschlossen, Staatsarchiv München, Schönfeldstraße 3, U-Bahnhof Odeonsplatz). R.H.