- Bürgerkommune Fraunberg -

16. Oktober 2012

Reichenkirchen / Maria Thalheim / Grafing / Helling/ Hainthal / Großstürzlham – Unter dem Motto "Nachhaltige Ernährung", stand die diesjährige „Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit“,  die vom 15. bis 19.10.2012 an Bayerns Schulen stattfand. In dieser Woche, so die Vorgabe des Kultusministeriums, sollen die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und ihr im Unterricht erworbenes Wissen erweitern. Durch Projekte, auch unter Einbeziehung außerschulischer Experten, soll ihnen ein Schritt hin zu einem gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Lebensstil aufgezeigt werden. Als  interessantesten Tag dürften die meisten wohl den Dienstag eingestuft haben, an dem der Besuch eines Milchviehbetriebes auf dem Stundenplan stand.
Dankenswerterweise stellten viele bäuerliche Familien aus unserer Gemeinde ihren landwirtschaftlichen Betrieb als Anschauungsobjekt zur Verfügung. Hier konnte die Schüler themengerecht, viel Wissenswertes über Kühe, Milcherzeugung, Ernährung etc. erfahren. Großer Dank ist deshalb den Familien  Pfanzelt (Helling), Wenhart (Grafing)  Angermaier (Hainthal) und Algasinger (Großstürzlham) auszusprechen.

In Grafing bei der Familie Wenhart, waren die erste und die vierte Klasse der Grundschule in Reichenkirchen zu Besuch. Bäuerin Angelika Wenhart begrüßte die äußerst interessierten Schüler mit Ihren Klassenlehrerinnen Christine Zimmermann und Helena Irlesberger. Überraschenderweise musste man feststellen, dass auch bei dieser vom Land kommenden Schülergruppe einige zugeben mussten, noch nie einen Stall von innen gesehen zu haben.

12_10_schule_auf_bauernhof_480

Entsprechend breit gefächert waren dann auch die Fragen der Kinder, die von Angelika Wenhart geduldig und einfühlsam beantwortet wurden. „Wie oft bekommt eine Kuh ein Baby“, oder „warum haben die so einen Nasenring“ wollten einige wissen. Dass ein Kalb innerhalb fünf Tagen nach der Geburt amtlich registriert werden muss und dann eine Ohrmarke zur Identifikation bekommt, nahmen die meisten mit Erstaunen entgegen. „Das Halsband hat einen Transponder, damit der Roboter sie beim Melken und bei der Futtervergabe zuordnen kann und ihnen die richtige Ration Futter zuweist“, erklärte Angelika Wehnhart. Die Schüler waren sehr überrascht, als ihnen in Form von leeren Milchtüten die tägliche Milchleistung einer durchschnittlichen Kuh anschaulich gemacht wurde. „Im Schnitt sind es 25 Liter pro Tag, nach dem Kalben sind es bis zu 40 Liter, dann wird es nach und nach immer weniger“, so Wenhart. Auch an der Zusammensetzung des Futters waren die jungen „Landwirte für eine Stunde“ interessiert, zumal bei nächster Gelegenheit vor allem die jungen Kälbchen von den Kindern gefüttert werden durften.

Organisiert wurde dieser Tag von den Ortsbäuerinnen aus Reichenkirchen, Maria Thalheim und Fraunberg. Ein weiterer Dank geht deshalb an Susanne Gruber, Angelika Wenhart , Sophie Angermaier, Brigitte Wiesmaier, Bernadette Funk und Regina Lechner, die in Zusammenarbeit mit der Schulleitung das Rahmenprogramm ausarbeiteten. Sie sorgten auch dafür, dass unseren Schülern im Anschluss an die Besichtigung eine kleine Stärkung ausgeteilt werden konnte.
Wie können wir uns nachhaltig ernähren? Welche Rolle spielen regionale Produkte? Wie sieht gerechte Ernährung aus? Beeinflusst unser Essen das Klima? Alle diese Fragen wurden anschließend gemeinsam mit den Schülern erörtert. Die Aktion der Schulen fand zeitgleich am 16. Oktober  mit dem Welternährungstag statt. Sie ist sicherlich dazu geeignet, unserer Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken, die laut einer Studie der Universität Stuttgart pro Jahr und Bundesbürger, 81,6 Kilogramm brauchbare Lebensmittel auf den Müll wirft. R.H.

12 10 woche der gesundheit gs 1 590

12 10 woche der gesundheit gs 2 590