- Bürgerkommune Fraunberg -

21. Oktober 2012

Oberbierbach – Obwohl Kirchweihsonntag in Bayern bereits für sich ein Höhepunkt ist, sollte heuer mit dem Jahreskonzert des Gemeindeorchesters Fraunberg ein weiterer oben draufgesetzt werden. Der Orchesterverein lud nach Oberbierbach in den Saal des Gasthauses Strasser um dem erwartungsvollen Publikum das Ergebnis seiner musikalischen Vorarbeit zu präsentieren. Erster Vorsitzender Christoph Spranger sowie Dirigent Helmut Ellebrecht begrüßten die Gäste aufs herzlichste.

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Besonders hervorgehoben wurden Bürgermeister Hans Wiesmaier mit Gattin Brigitte, der Vertreter der VR-Bank Taufkirche Dorfen, Isidor Wegmann sowie die Mitglieder des Kirchenchores St. Michael Reichenkirchen und des Orchesters Walpertskirchen.
Den Einstieg in das anspruchsvolle musikalische Programm fand man mit einem großen Meisterwerk aus Mozarts klassischer Periode, der Symphonie Nr. 38, besser bekannt als die „Prager Symphonie“. Viele Elemente daraus entstammen der Oper „Le Nozze di Figaro“, die nach ihrer Entstehung zunächst nur vier Aufführungen erlebte, da der Text zu viel Nähe zur französischen Revolution aufwies und er deshalb der Obrigkeit missfiel. Für eine Reise nach Prag, komponierte der Meister das stark an Beethoven erinnernde Werk, bei dem nicht das spielerisch leichte, sondern das dramatische im Vordergrund steht. In der über 30 Minuten dauernden Aufführung war die volle Konzentration der Musiker gefordert. Ihnen gelang es dabei ausgezeichnet, Mozarts unverwechselbare Handschrift in den Vordergrund zu bringen.

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Nach einer Pause stand ein Frühwerk des 20jährigen Ludwig van Beethoven zur Darbietung an. Ferdinand Ernst von Waldstein, ein Gönner und Förderer des Komponisten, hatte die zum Genre der „Schauspielmusik“ zählende Arbeit „Musik zu einem Ritterballett“ in Auftrag gegeben.
Einen weiteren Höhepunkt setzte das Orchester mit Felix Mendelssohn Bartholdy’s „Sommernachtstraum“.  Dieses ebenfalls der Schauspielmusik zuzuordnende Werk wurde von Mendelssohn Bartholdy 1826 im jungen Alter von 17 Jahren geschaffen und gilt als der Klassiker dieses Bereichs.

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Das bekannteste Stück aus diesem Werk dürfte wohl der darin enthaltene Hochzeitsmarsch sein, der vom Orchester schmissig und mit viel Atmosphäre wiedergegeben wurde.
Einen Paukenschlag setzte Dirigent Helmut Ellebrecht bereits in der Pause, als er dem überraschten Publikum verkündete, die Orchesterleitung aus gesundheitlichen Gründen abgeben zu müssen. 1. Vorsitzender Christoph Spranger bedankte sich deshalb nach dem Konzert bei Ellebrecht für seine hervorragende Arbeit. Er bedauerte diesen Schritt jedoch sehr, gab aber gleichzeitig zu verstehen, dass man unter neuer Leitung versuchen werde, das Gemeindeorchester weiterzuführen. „Die Wertschätzung des Orchesters in der Gemeinde Fraunberg ist sehr hoch“, betonte Spranger.
Auch Bürgermeister Wiesmaier fand dankende Worte für den langjährigen Dirigenten unseres Gemeindeorchesters. „Musik wäscht den Staub von der Seele und du hast das geschafft“, zitierte Wiesmaier ein Sprichwort. Weiterhin führte das Gemeindeoberhaupt an: „Ich bin beeindruckt, welchen hohen Anspruch du in dein Orchester gesetzt hast und welches hohe Kulturgut du mit dem Orchester geschaffen hast“.

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Er überreichte dem Dirigenten einen Gemeindelöwen aus Porzellan und bedankte sich bei ihm mit den Worten: „Helmut Ellebrecht wird in die Kulturgeschichte der Gemeinde eingehen, wir danken ihm dafür“.
Der überwältigende Schlussapplaus des Publikums galt sowohl der gelungenen musikalischen Darbietung aber noch viel mehr dem scheidenden Dirigenten. 

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Bleibt zu hoffen, dass es den Mitgliedern des Ensembles gelingen möge, mit einem Neuanfang die großartige Geschichte des Gemeindeorchesters Fraunberg weiterzuführen. Die Gemeinde Fraunberg wird ihnen dabei sicher zur Seite stehen. R.H.

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Orchesterbesetzung:
Erste Violine: Christoph Spranger, Tanja Skwara, Carina Jung, Korbinian Steinle, Yuka Yamamoto-Grüner
Zweite Violine: Elisabeth Schmid, Christl Huber, Maria Wagner
Viola: Dr. Dietrich Heydner, Ute Auf dem Hövel
Violoncello: Dr. Hansjörg Walther, Sabine Schierl, Dr. Annette Schollen
Kontrabass: Bernd Schirmer
Flöte: Julia Kaut
Oboe: Kayoko Ellebrecht
Klarinette: Karolina Zollfrank, Maria Wiesler
Saxophon: Eva Hillenbrand, Zbigniew Kacprzak
Fagott: Dr. Jürgen Bickhardt
Trompete: Martin Kaml
Pauke: Edwin Karbaumer