- Bürgerkommune Fraunberg -

02. Dezember 2013

Fraunberg  –  Direkt vor Ort wollten sich die Schülerinnen und Schüler der 4b aus Maria Thalheim (17. Dezember 4a aus Reichenkirchen) über die vielfältigen Aufgaben einer Gemeindeverwaltung informieren. Bürgermeister Wiesmaier und das gesamte Gemeindeteam leisteten gerne Unterstützung und konnten so wichtige Elemente zum Unterrichtsfach HSU (Heimat- und Sachunterricht) beisteuern. Wiesmaier begrüßte die aufgeweckten und überaus interessierten Schüler mit den Worten: „Ihr seid hier in der Herzkammer der Gemeinde. Hier wird vorbereitet, geplant und entschieden.“

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Verwaltungsleiter Friedhelm Eugel erläuterte sein Tätigkeitsfeld. „Bearbeiten von Satzungen, Bauanträgen, vorbereiten von Sitzungen und vieles mehr fallen unter meinen Aufgabenbereich“, gab er zu verstehen. Am Beispiel des Bauplanes der Schule Maria Thalheim, versuchte er den Schülern den Prozess einer Baugenehmigung zu veranschaulichen.

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Die kürzlich erst abgeschlossene energetische Sanierung des Schulgebäudes und die dazu erforderlichen Arbeiten waren vielen noch in bester Erinnerung und so konnte der vorliegende Bauplan gleich richtig gelesen werden. „Des is unsa Klassenzimmer“, erkannte einer der Jungen richtig und war sich der Anerkennung seiner Mitschüler sicher.

Zum Tätigkeitsbereich Kämmerei konnte Mitarbeiterin Irmgard Mayer beisteuern. Dass sich der vom Gemeinderat beschlossene Haushaltsplan an den zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen orientiert, konnte den Viertklässlern gut verständlich gemacht werden.

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Einzelne Haushaltsposten aus dem Schulbereich (Schulbusfinanzierung) wurden herangezogen um den Schülern die Vorgänge bis hin zur Zuschussbearbeitung darzulegen. „Am Ende des Jahres wird Bilanz gezogen“, resümierte Mayer und erhielt breite Zustimmung als sie klarlegte, dass wie zuhause auch im Gemeindebereich „nicht mehr ausgegeben werden kann als eingenommen wird“.

Besondere Aufmerksamkeit ist jedesmal bei der Vorstellung des goldenen Buches der Gemeinde Fraunberg zu bemerken.

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„Wenn man berühmt ist, darf man sich hier eintragen“ antwortete Bürgermeister Wiesmaier verschmitzt auf die Fragen der Schüler. Die staunten nicht schlecht, als sie Einträge des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, einer Chinesischen Delegation und sogar des ehemaligen Kardinals Josef Ratzinger und späteren Papst Benedikt XVI präsentiert bekamen.

Eine weitere Station war die Kämmerei. Kassenverwalterin Betty Angermaier erklärte die Buchungsvorgänge mit dem EDV-System und das zugrunde liegende Erfassungsprogramm. „Wenn ich den Kassenabschluss mache, muss das auf den Cent stimmen“, gab sie zu bedenken und erntete Verständnis bei den jungen Gemeindebürgern.

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Die Kinder waren gut informiert und machten sich schon Gedanken, „ob die vielen Ordner und Stempel auch alle mitgenommen werden müssen, wenn die Gemeinde umzieht“.

Für das Meldeamt stand Georg Neumaier Rede und Antwort. Er veranschaulichte, wie sich Veränderungen von früheren Eintragungen in Meldebücher und auf Karteikarten auf derzeit Zuhilfenahme der Datenverarbeitung ergaben und auswirken.

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Große Aufmerksamkeit erregt Neumaier immer dann, wenn er anhand einzelner Daten die Eintragungen zu den Schülern ohne Zeitverzug findet und ihnen präsentieren kann. Ein Standesamtbuch aus dem Jahre 1876 in altdeutscher Schrift, erstaunt die Kinder jedoch mehr als eine heute als Zugangsberechtigung übliche Signaturkarte im Scheckkartenformat.

Leichter zu verstehen waren die Vorgänge um das Mitteilungsblatt der Gemeinde Fraunberg. Mitarbeiterin Rosemarie Schäffler führte vor, wie es wöchentlich zusammengestellt wird und wie sogar Berichte über unsere Grundschule mit einfließen.

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Aus ihrem weiteren Aufgabenbereich interessierten sich die Viertklässler hauptsächlich für das Ausstellen von Fischereikarten oder die Absprache von Terminen mit Vereinen und Organisationen sowie die Zusammenstellung des Gemeindekalenders.

Monika Feuchtgruber zeichnet im Gewerbeamt für alle anfallenden Gemeindesteuern und Abgaben verantwortlich. Haus- und Grundsteuer, Gewerbesteuer oder Hundesteuer wurden von den Wissenssuchern gründlich hinterfragt. Eine Überraschung gibt es jedes Mal bei der Erläuterung der Zusammensetzung des Wasserpreises. Die Kinder können kaum glauben, dass für 1000 Liter Wasser nur 71 Cent zu bezahlen sind, sie sind sich jedoch der Bedeutung einer funktionierenden Wasserversorgung durchaus im Klaren.

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„So kurz vor Jahresende, ist es meine Hauptarbeit, Abrechnungen für die einzelnen Haushalte, im Bereich Wasser und Abwasser zu erstellen“, erklärte Feuchtgruber.

Zum Abschluss begab sich Bürgermeister Wiesmaier mit den jungen „Gemeinderäten“ in den Sitzungssaal, um bei einer kleinen Brotzeit Rede und Antwort zu stehen.

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Selbstbewusst und gut vorbereitet nahmen die jungen Mitbürger das Angebot an und brachten ihre Anliegen vor. „Was macht dir an deinem Beruf so Spaß“, wollte Laura vom Amtsinhaber erfahren oder „Kann man viel als Bürgermeister entscheiden“, kam von Marina die Frage. Die wichtigste Frage allerdings kam von Lara. „Kriegen wir in der Schule eine Balancierstange?“, wollte sie wissen und wurde sogleich von den Buben zurechtgewiesen, die vorrangig eine Verbesserungen im Fußballfeld bei der Thalheimer Schule forderten. Zum Schluss wurde wie in einer echten Gemeinderatsitzung abgestimmt, wobei die Balancierstange aufgrund des Mädchenüberschusses mit einem Abstimmungsergebnis von 12 : 7 Vorrang vor den Investitionen im Fußballbereich bekam. R.H.