- Bürgerkommune Fraunberg -

29.01.2015

Landshut, Ergolding, Eching -  Insgesamt vier Anlaufpunkte hatte sich eine kleine Abordnung aus Gemeindeverantwortlichen zum Ziel für Anschauungsobjekte in Punkto „Neubau Gemeindezentrum“ ausgesucht. Zusammen mit den dortigen Bauverantwortlichen und Fachplanern sollten vor Ort und am Objekt verschiedenste Gestaltungselemente an öffentlichen Gebäuden vorgestellt und begutachtet werden.

Erster Anlaufpunkt war die erst kürzlich in Betrieb genommene Turnhalle der Ursulinenrealschule in Landshut. Der moderne Bau, fiel gleich durch seine farbige Fassade auf, die mit unterschiedlich strukturierten Betonplatten gestaltet wurde. Auch im Inneren war das Material Beton vorherrschend, einschließlich Boden, der durchwegs aus geschliffenem oder aufgerautem Estrich bestand. Hausmeister Alexander Lang stellte klar, dass dies einen erhöhten Pflegeaufwand beim Wischen und Kehren mit sich bringt. Als positiv wurden die Treppenbrüstungen in Stahlbauweise mit farbig abgesetztem Holzgeländer gesehen.

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Insgesamt vermittelte die Architektur den Eindruck „Beton brutal“ und wurde von den Mitreisenden als nicht Beispielhaft angesehen.

Im Landshuter Pfarramt St. Wolfgang stellte Pfarrer Anton Högner das erst kürzlich errichtete Pfarrheim vor. Hier interessierte man sich hauptsächlich für die Fassadenverkleidung, die in anthrazitfarbenen, witterungsbeständigen  Fundermaxx-Platten ausgeführt wurde. In Verbindung mit zusätzlichen Gestaltungselementen in Holz- und Putzausführung sah man hier eine der Optionen für das Fraunberger Projekt. Das Innere des Pfarrheims war mit einem farbigen Linoleum Boden ausgestattet: „Ein Belag, der auch als Belag erkennbar ist“, meinte Bürgermeister Hans Wiesmaier. Ihm wie auch dem Rest des Gremiums entsprach dies im Vergleich zur vorhergehenden Besichtigung besser.

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Die Pfosten- Riegel- Konstruktion der großen Glaselemente im Eingangsbereich empfand man durchwegs als anspruchsvoll, vor allem die bis zum Fußboden reichenden sockellosen Fenster.

Durch das neue Gymnasium Ergolding führte Schulleiter Dr. Klaus Wegmann. Von Interesse waren hier die Außenanlagen, die zusammen mit dem benachbarten Sonderpädagogischem Förderzentrum aber auch als öffentlicher Spielplatz genutzt werden. Für alle beeindruckend an dem von Stararchitekt Günter Behnisch mitgestalteten Objekt war jedenfalls die riesige Aula, welche in unterschiedlichen Farbtönen leuchtete und so für einen ungewöhnlichen Raumeindruck sorgte. Ein durchgängig knallgelber Boden wechselte mit unterschiedlich farbigen Stockwerkselementen ab, die dem Regenbogenmuster untergeordnet waren.

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„Dadurch finden sich alle leichter zurecht, dies gilt für Schüler aber auch für fremde Personen“, stellte Wegmann klar. Besonders schwärmte er für den Bodenbelag in den Klassenzimmern. Der dort verlegte „Nadelfilz“ zeigt sich als besonders günstig in Punkto Staubentwicklung, vor allem aber in Punkto Akustik, so der Schulleiter.

Letztes Anschauungsobjekt war der Neubau der japanischen Firma AMADA GmbH im Gewerbegebiet in Eching (Haselfurth). Der imposante Gebäudetrakt glänzt durch eine anthrazitfarbene Fassadenverkleidung, die in Sandwich-Paneele ausgeführt wurde.

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Die Erklärungen von Projektmanager Klaus Schwenzner machten bald deutlich, dass derartiges für unser Gemeindezentrum nicht in Frage kommt. Durch die Metallanteile in der Fassadenoberfläche war im Inneren des Gebäudes Mobilfunk unmöglich und musste erst durch Anbringen von Repeatern wieder in Funktion gebracht werden. Hauptargument für ein negatives Urteil dürfte jedoch der Preis für die edlen Gestaltungselemente sein.

Den Mitgereisten war es wichtig, Eindrücke von den Gebäuden und ihrer Ausstattung gewonnen zu haben. Als fachliche Begleiter standen die Architekten Bettina Hayduk und Martín Luque López vom Architekturbüro Oberpriller zur Verfügung. R.H.