- Bürgerkommune Fraunberg -

04. November 2016

Fraunberg – Nun ist es soweit! Die frisch gedruckte Ortschronik Fraunberg ist angekommen und steht zum Erwerb bereit. Ein „Mammutwerk“ nannte es Anni Gfirtner im Pressegespräch, als das zwei Bände umfassende Schriftwerk unter Beisein lokaler Presseredaktionen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Wir haben über drei Jahre Stoff gesammelt und gearbeitet“, resümierte sie, als sie über das Zustandekommen des 1248 Seiten starken, mit 111 Beiträgen und 1200 Bildern zusammengesetzten und von 25 Autoren verfassten Heimatbuch berichtete. Der Chronik liegen die Bereiche der ehemaligen Gemeinde Fraunberg sowie die Kirchensprengel von Fraunberg und Riding zugrunde. Sie erstreckt sich somit sogar bis über die Gemeindegrenzen hinaus.
Bürgermeister Wiesmaier bezeichnete die Chronik als „größte Festschrift aller Zeiten“. Wunschgemäß wurde sie bis zur Eröffnung und offiziellen Einweihung des neuen Gemeindezentrums fertiggestellt und wird den Festakt am 18. Dezember gebührend begleiten. Er dankte den beteiligten Projektgruppenmitgliedern und den unterstützenden Fachleuten, die dazu beigetragen haben „die Ortsteile Fraunberg, Riding und Umgebung in einer wunderbaren Weise darzustellen“. Einen weiteren Dank richtete er aber auch an die vielen Gemeindebürger, die mit Bild- und Informationsmaterial nicht geizten und die eifrigen Sammlerinnen, hauptsächlich Anneliese Blumoser und Rita Daschinger, unterstützten. Wertvolle Unterstützung kam auch vom Amt für Ländliche Entwicklung in Form finanzieller Mittel. Zustandekommen kann ein solches Werk nur in einer Gemeinde, in der noch ein „gehöriges Maß an Identifikation“ vorhanden ist, resümierte der Bürgermeister und sah in ihm mit eine Begründung für den erst kürzlich an die Gemeinde Fraunberg überreichten Staatspreis 2016.
Aus der Taufe gehoben wurde die Projektgruppe anlässlich der Präsentation der Kabinettsausstellung des Staatsarchivs München, „Das Archiv der Hofmark Fraunberg“ im Schloss Fraunberg im April 2013. Seit dieser Zeit traf sich ein 12 bis 15 Leute starkes Team, zunächst alle drei Wochen, ab dem zweiten Jahr alle zwei Wochen und im Endspurt sogar wöchentlich im Sitzungssaal der Gemeinde. Hier wurden von einem bunten Querschnitt, vom Akademiker bis zur Hausfrau im Alter von 40 bis 70 Jahren, weiter geplant, berichtet und Aufgaben verteilt. „Es waren alles Interessierte“, warf Rita Daschinger ein. Anneliese Blumoser pflichtete ihr bei und berichtete, dass sie bei einer Adresse gar 22mal vorstellig werden musste um das gewünschte Material zu erhalten.
Einen interessanten Einblick in seine Recherchen in den staatlichen und kirchlichen Archiven gab Martin Lex, der sich hobbymäßig schon seit über 20 Jahren mit Ortschroniken beschäftigt. „Man würde sich wundern, was noch alles vorhanden ist“, gab Lex zu verstehen und schilderte anhand einer Urkunde von 1665, welche Schwierigkeiten beim Entziffern zu überwinden seien. Das Umsetzen der Schrift oder das sinnmäßig richtige Verstehen des „Amtsdeutsch“ aus dem 15. Jahrhundert sind dabei nicht die einzigen Hürden. Schon früher haben Hofmarksschreiber, vergleichbar mit einem heutigen Notar, Besitzurkunden angefertigt und so Hofübergaben dokumentiert. Unter anderem waren diese heute noch einsehbaren Schriftstücke Grundlage für eine umfassende Häuserchronik, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht.Bürgermeister Wiesmaier dankte dem engagierten Laienforscher und lobte seine Arbeit mit den Worten: „Herr Lex war für uns ein Glücksfall und hat uns in den Ämtern und Instituten alle Türen geöffnet“.
Natürlich spielt auch die nun schon fast 1000-jährige Geschichte des Adelsgeschlechts von Fraunberg und der Hofmark Fraunberg eine umfassende Rolle. Herdana von Fraunberg übernimmt hier den Part des Berichterstatters und präsentiert eine historisch durchgängige Chronik des Adelsgeschlechts. Ihr stand Tochter Anja zur Seite, die obendrein als Korrekturleserin fungierte.
Große Kapitel sind auch den beiden Pfarreien mit ihrem kirchlichen Leben in Fraunberg und Riding gewidmet. Das Schulwesen ist von seinen Anfängen bis zur Gegenwart beschrieben, ebenso die beiden Weltkriege und ihre Folgen. Geschichte und Entwicklung der Gemeinde, Vereine, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe, Brauchtum und Freizeit und vieles mehr, sind ebenfalls Bestandteil des Buches und machen es für jedermann interessant.
Hilfe und Unterstützung holte man sich auch von außerhalb bei Experten, die über Geologie und Landschaftsbild, Archäologie, die Strogen, das Jagdwesen oder Kunst und Künstler schrieben.
Mit allem vorhandenen Material könnte noch eine weitere Chronik gefüllt werden. Die Projektgruppenmitglieder gaben zu bedenken, dass bei aller Mithilfe von Fachleuten es nun trotzdem so sei, dass die Chronik aus der Hand von Laien stamme: „Fehler mögen deshalb mit Nachsicht behandelt werden“, meinte Anneliese Blumoser.
In der Ortschronik Fraunberg steckt viel wertvolle Arbeit und wird sehr viel Detailwissen bewahrt, das sonst dem leisen Verfall hingegeben wäre. Herdana von Fraunberg zitierte hierzu ein Chinesisches Sprichwort das da lautet: „Mit jedem alten Menschen der stirbt, verbrennt eine Bibliothek“.
Ein ideales Weihnachtsgeschenk ist nun verfügbar. Das Werk wird erstmals am 27.November (Weihnachtsmarkt) in den Verkauf gehen und zu einem Preis von 78 € (2 Bände) zu erwerben sein. In der Zeit vom 17. bis 26. November gibt es eine Vor-Reservierung zum Sonderpreis von 70 € unter der Mail-Adresse anna.gfirtner@freenet.de oder Tel. 08084 / 2081. Informationen zum Erwerb gibt es auch laufend auf der Homepage der Gemeinde Fraunberg. R.H.

16 11 pressegesprch ortschronik 590

v.l.n.r. Franz Angermeier, Harald Krause, Anni Weber, Martin Lex, 2. Bürgermeister Hans Rasthofer, Anja v. Fraunberg, Anneliese Blumoser, Herdana v. Fraunberg, Hans Schmid, Heike Kronseder, Raphael Hackl, Rita Daschinger, Anni Gfirtner und Bürgermeister Hans Wiesmaier.
Nicht auf dem Bild: Heinrich Haider, Albert Daschinger und Hermann Eschbaumer.