- Bürgerkommune Fraunberg -

20.02.2017

Fraunberg – Ein Novum ergab sich für die Klasse 4b aus Maria Thalheim mit Lehrerin Simone Struve auf ihrer Exkursion im Rahmen des HSU-Unterrichts. Sie waren die ersten Schüler, die in den neuen Räumen der Gemeindeverwaltung ihr Wissen aufbessern wollten und wurden deshalb besonders herzlich von Bürgermeister Hans Wiesmaier empfangen. Die Klasse aus Reichenkirchen wird in den nächsten Tagen folgen.

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Erster Anlaufpunkt war Standesamt, Rentenamt und Einwohnermeldeamt. Hier im Ressort von Betty Angermaier und Georg Neumaier werden alle personenrelevanten Daten unserer Gemeindebürger verwaltet und gesichert. Neumaier konnte die Aufmerksamkeit der Schüler gewinnen, indem er aus ihren eigenen Dateien die sie betreffenden Informationen auf dem Bildschirm erscheinen ließ. Er führte ihnen vor, wie Personen- oder Datensuche nur mit Hilfe von Name, Geburtsdatum oder Adresse erfolgen kann. Nur HSU- und Englischlehrerin Simone Struve konnte nicht gefunden werden: „Sie wohnt ja nicht in unserer Gemeinde“, fand schnell eine der anwesenden Schülerinnen als Begründung heraus.

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Eine weitere wichtige Aufgabe in diesem Bereich, ist das Ausstellen von Ausweisen. Kinderreisepässe können direkt vor Ort gefertigt werden, Personalausweise und Reisepässe, müssen bei der Bundesdruckerei beantragt werden.

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Frau Angermaier zeigte den interessierten Schülern auf, wie in heutigen Zeiten Standesamtseinträge gemacht werden. „Seit 2009 wird nur noch elektronisch gespeichert und signiert“, führte sie an und zeigte im Gegensatz dazu das Standesamtsbuch der Gemeinde Fraunberg von 1876. Seit diesem Zeitpunkt haben die Gemeinden das Führen des Standesamts übernommen und registrieren alle in den Zuständigkeitsbereich fallenden Geburten, Ehen, Lebensgemeinschaften und Sterbefälle.

Rosemarie Schäffler, zuständig für Amtsblatt und Öffentlichkeitsarbeit, erklärte wie das Mitteilungsblatt zusammengestellt wird. Hierin sind alle den Gemeindebereich betreffenden Termine und Bekanntmachungen nachzulesen. „Von der Gemeinderatssitzung über die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr bis zur Bekanntgabe von runden Geburtstagen“ ist hierin alles aufgeführt, berichtete sie.

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Bürgermeister Wiesmaier betonte bei dieser Gelegenheit, dass die Gemeinde Fraunberg wöchentlich und kostenlos ca. 1400 Gemeindeblätter in alle Haushalte verteile und dies einzigartig im Landkreis Erding sei.
Besonders interessierte die Schülerschar die Entstehung des Gemeindekalenders, den sie alle von zuhause kennen sowie die Vorgehensweise beim Ausstellen von Fischereischeinen oder Gaststättengenehmigungen bei Dorffesten.

Ein weiterer Besichtigungspunkt war der neue und durchaus vorzeigbare große Keller. Neben den Betriebsräumen und den Teilen, die Vereinen und Organisationen zur Verfügung stehen, fand das Archiv die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der jungen Besucher.

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„Ihr seid die ersten Schüler im Gemeindearchiv“, beteuerte der Bürgermeister und lies die Kinder die Technik der schienengeführten Archivschränke testen. „Ordnung ist das halbe Leben“, meinte dann das Gemeindeoberhaupt und machte deutlich, dass nach einem Aktenplan eingelagert wird und zum derzeitigen Stand noch nicht ganz 50 % der Akten vom Keller im alten Gemeindehaus hier schon untergebracht sind.

Im Büro von Monika Feuchtgruber wurde der Bereich „Gewerbeamt, Steuern und Abgaben“ erläutert. „Eine der wichtigsten Gemeindesteuern, ist die Haus und Grundsteuer“, erklärte Feuchtgruber und führte weiter aus: „Grundsteuer A ist für die Landwirtschaft und Grundsteuer B für normale Häuser“. Weiterhin gab es in diesem Zusammenhang Erläuterungen zur Bedeutung des Hebesatzes, der zusammen mit Grundstücks- und Hausgröße das Steuermaß ergibt.

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Erstaunen wird stets bei der Frage nach dem Wasserpreis hervorgerufen. Die Schüler schätzen viel zu hoch und können fast nicht glauben, dass 1000 Liter Wasser für weniger als 1 € aus der Leitung zu haben sind (Wasserversorgung Maria Thalheimer Bereich, 0,87 €/m3 incl. MWst.). Bürgermeister Wiesmaier machte bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, dass der Brunnen im Bierbacher Holz eine Tiefe von 140 Metern habe und das da unten vorkommende Wasser schon über eine Million Jahre dort gelagert ist. Er verdeutlichte so, welch wertvolles Gut wir in eigenen Händen haben und dass wir sorgsam damit umgehen müssen.
Für die Schüler war auch der Bereich Hundesteuer von Interesse. Dass für einen einzelnen „normalen Hund“ jährlich 40 € Hundesteuer zu entrichten sind, erstaunte viele unter den Gästen. Jedoch noch mehr gab ihnen zu denken, dass für einen Kampfhund 500 € fällig sind.

Im Bereich Kasse und Kämmerei, stand Hermann Hofer Rede und Antwort. Dieser beantwortete den Schülern die Frage, wieviel Geld die Gemeinde einnimmt und wieviel sie wieder ausgibt, kurz, er informierte über den Gemeindehaushalt.

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„Wer führt bei euch zuhause den Haushalt?“, fragte er provozierend in die Runde worauf unisono die Antwort kam: „Die Mama“. Erstaunt nahmen die Schüler entgegen, dass der Haushalt des letzten Jahres in den Einnahmen und Ausgaben, hauptsächlich bedingt durch den Rathausbau, ein Rekordergebnis von knapp 11 Millionen Euro erreichte. Dieses Jahr wird er bei ca. 8,5 Millionen Euro liegen, prognostizierte Hofer.
Dass alle erforderlichen Kontobewegungen in diesem Bereich penibelst erfasst werden müssen, zeigte er anhand von 29 Ordnern auf, welche die gesammelten Belege des Letzten Jahres beinhalten. „In vier Ordnern sind die Einnahmen und in 25 Ordnern die Ausgaben abgelegt“ erklärte er den erstaunten Gesichtern. Weiteres Erstaunen war auch zu bemerken, als die Schüler erfuhren, dass die Gemeinde jährlich ca. 80.000 Euro allein für die Schülerbeförderung zu zahlen hätte.

Im Büro des Bürgermeisters ging‘s um Eingabepläne, Bebauungspläne, Gemeinderats- und Ausschusssitzungen und dergleichen. Besondere Aufmerksamkeit findet stets das Goldene Buch der Gemeinde Fraunberg.

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Hierin sind viele bedeutende Persönlichkeiten eingetragen, vom ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein bis zum Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx.

Daraufhin begab man sich in den Sitzungssaal. Bürgermeister Hans Wiesmaier begrüßte die anwesenden Schüler zur „Schulsitzung“ und stellte die Beschlussfähigkeit fest, da mehr als die Hälfte der Klasse anwesend war.

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Hier hatten die wissensdurstigen Schüler Gelegenheit, ihre gut vorbereiteten Fragen zu stellen. Jeder war mit Schreibutensilien ausgestattet um sich Notizen für den weiteren Unterricht in HSU mit dem Thema: „Wie funktioniert Gemeinde“ zu machen.
Das Gemeindeteam hatte anschließend für die interessierten Besucher eine Brotzeit vorbereitet, welche dankbar angenommen wurde.

Mögen unsere jungen Gemeindebürger viele Eindrücke und Informationen gewonnen haben, die ihnen in ihrem weiteren Bildungsweg wertvolle Unterstützung leisten. R.H.