- Bürgerkommune Fraunberg -

06.04.2017

Grundschule Fraunberg / Reichenkirchen / Maria Thalheim – Ein faszinierendes Metier wurde unseren Grundschülern in Reichenkirchen und Maria Thalheim durch praktischen Anschauungsunterricht nahe gebracht: Das Glasbläserhandwerk.
Helmut Sommer und seine Frau waren aus Dörfles-Esbach bei Coburg angereist und führten in der jeweiligen Aula der Schule vor, wie sie zu Hause in ihrer Glasbläserwerkstatt mit fünf Beschäftigten Weihnachtsschmuck produzieren und vielerlei weitere Ziergegenstände herstellen. http://www.glasblaeser-sommer.de
In Reichenkirchen begrüßte stellvertretende Schulleiterin Sonja Wörner die Gäste und blickte dabei in die erwartungsvollen Gesichter der Schülerinnen und Schüler.

In der Aula stand ein großer Tisch mit allerlei farbigen Glasfiguren und einem Gasbrenner.

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Herr Sommer erklärte, dass mit ihm Temperaturen bis zu 1000 Grad erreicht werden können. In der Werkstatt würde man unter Zuführung von Sauerstoff Temperaturen bis fast 2000 Grad zur Verfügung haben, so der Fachmann. Die Schüler zeigten sich gut vorbereitet. Zu den Fragen über die Hauptbestandteile aus denen Glas hergestellt wird (Quarzsand und Pottasche) oder ob Glas ein guter oder schlechter Wärmeleiter ist, wussten sie die richtige Antwort.
Daraufhin ging‘s zur Sache. Frau Sommer führte vor, wie man aus einem Glaskolben eine Christbaumspitze herstellen kann.

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Zur Verzierung wurden sogenannte „Ochsenaugen“ eingestochen und an der Unterseite der Spitze musste der Glaskolben mit einem dreieckigen Spatel, einem „Auftreiber“ aufgeweitet werden. Sie soll ja später über den obersten Trieb des Christbaumes passen. Die Schüler verfolgten mit viel Aufmerksamkeit, wie die Finger von Frau Sommer nahe an den glühenden Teilen des Werkstücks waren und doch nicht verbrannten. Der Beweis, dass Glas ein schlechter Wärmeleiter ist, wurde so erbracht.
Dann wurde von Herrn Sommer eine Vase hergestellt, in denen Streifen und Tupfen aus buntem Glas mit eingebaut wurden.

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Die Farbstreifen am Stiel der Vase erhielten durch drehen ein filigranes Spiralmuster und der für die Standfestigkeit notwendige Vasenboden wurde an einer Steinscheibe geglättet.
Dann war wieder Frau Sommer an der Reihe. Aus einem weiteren Glaskolben sollte ein Tier entstehen. „Das wird ein Esel … ein Nilpferd … eine Schildkröte … ein Elefant“, rieten die aufmerksamen Beobachter. Bald konnte man aber erkennen, wie ein wunderschöner Schwan zu Tage trat, der schließlich mit gefärbtem Wasser gefüllt wurde.


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Schließlich gab es auch noch einen gläsernen „Flaschengeist zu bewundern, der in einer wassergefüllten Plastikflasche je nach Druck von außen nach oben oder nach unten tanzte. Spritziger Abschluss der lehrreichen Vorführung waren zwei gläserne mit Wasser gefüllte „Lungenprüfer“. Diese waren so präpariert, dass beim hineinblasen den Testern, hier natürlich zwei Schulkindern, das Wasser in ihr Gesicht spritzte.

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Die Schüler hatten viel Spaß und erfuhren nebenbei noch Interessantes über den vielseitigen Werkstoff „Glas“. Das Glasbläserehepaar Sommer wird deshalb sicher nicht zum letzten Mal ihr Gastspiel in unserer Grundschule gegeben haben. R.H.