... "Landmanagement and Land Tenur"-  der Technischen Universität München in die Gemeinde Fraunberg

31. Januar 2011

Land Management/Land Tenure steht für Bodenordnung sowie für die Besitz- und Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden.
Aufbauend auf dem Abschluss einer ausländischen Hochschule wollen zehn Teilnehmer aus zehn verschiedenen Staaten unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Holger Magel an der TU- München in einem dreisemestrigen Studiengang ihr bereits vorhandenes Wissen auf diesem Gebiet ergänzen und vertiefen. Die Studenten aus Ghana, Kambodscha, Thailand, Kenia, Bolivien, Uganda, China, Nigeria, USA aber auch aus Deutschland, sind hierhergekommen, um sich über das diesbezügliche deutsche System zu informieren und um umsetzbares in ihr jeweiliges Heimatland zu transferieren.
Im Rahmen einer fachlichen Exkursion besuchten sie deshalb am Montag, dem 31. Januar 2011 Fraunberg um sich vor Ort über die Struktur einer kleinen politischen Gemeinde und deren Wirken im Hinblick auf das Studienfach betreffende Themen zu informieren. Zustande gekommen ist dieser Besuch in bewährter Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung in Person von Leitender Baudirektor Dr.-Ing. Michael Stumpf und Bürgermeister Hans Wiesmaier, sowie der Koordinierungs-beauftragten im Gemeindeentwicklungsverein, Anni Gfirtner.
Nach einer kurzen Führung durch das Gemeindeamt, einer gestrafften Erläuterung der Organisationsstruktur des politischen Gremiums und der Verwaltung, ging es in den Sitzungssaal. Hier bediente sich Bürgermeister Wiesmaier zur Untermauerung seiner Ausführungen einer Präsentation, welche die Vorgehensweise der Gemeinde Fraunberg bezüglich Baulandgewinnung, Flächennutzungsplan, Bebauungspläne und dergleichen, darlegte. Zusätzlich bedurfte es allerdings der kompetenten und sicheren Translation durch Dr. Stumpf in das Englische, da nur wenige der Masterstudenten dem Deutschen mächtig waren. Weiterhin wurde ihnen erläutert, wie sich durch Änderungen im Umland (z.B. Flughafen München), Umbrüche in der Landwirtschaft (Reduzierung auf 80 Betriebe), neue Technologien (schnelles Internet) oder durch ein stetiges anwachsendes Verkehrsaufkommen, Einflüsse auf die gewachsene Struktur ergeben und wie man versucht ihnen zu begegnen.
Eine Besonderheit für die wissbegierigen Studenten stellte die Vorgehensweise der Gemeinde auf diesem Gebiet im Rahmen der Gemeindeentwicklung dar. Bereits im Jahre 2003 legte man sich ein Entwicklungs- und Handlungskonzept zurecht, welches mit Unterstützung von Fachberatern auf planerischer und soziologischer Ebene, den Bedürfnissen Fraunbergs angepasst wurde. Wie man über ein derartiges Instrument Bürgerbeteiligung und Berücksichtigung von Bürgerwünschen erreichen kann, wurde an bereits abgeschlossenen und kürzlich initiierten Maßnahmen erläutert. Darüber hinaus konnte Wiesmaier bestätigen, dass man in diesen Bereichen, sowohl in ideologischer aber auch in finanzieller Hinsicht, ausgezeichnete Unterstützung durch das Amt für ländliche Entwicklung erhält.
Die Erläuterung der infrastrukturellen Zusammensetzung des Gemeindegebiets aus drei Ortsteilen mit örtlicher Zentralität (Fraunberg, Reichenkirchen Thalheim), drei Ortsteilen mit Eigenentwicklung (Grucking, Tittenkofen, Riding) und 36 Ortsteilen im Außenbereich sowie die Einbindung des Gemeindegebietes in überregionale Strukturen (Ostbündnis, Großraum München …) und die sich daraus ergebenden Konsequenzen, wurden von den Studenten verständnisvoll zur Kenntnis genommen.
Mit viel Interesse wurden die Ausführungen bezüglich des Strukturwandels in der Landwirtschaft verfolgt. Das sich in unseren Regionen der Landwirt mehr und mehr in der Rolle eines Unternehmers wiederfindet, der sich neben seiner originären Aufgabe als Lebensmittellieferant auf den Gebieten „Veredelung, Vermarktung, Freizeit, Erholung, Landschaftspflege und in letzter Zeit in ansteigendem Maße auch als Energielieferant betätigt, stellte einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn für viele der anwesenden Nationalitäten dar.
Eine engagierte Fragerunde, in der man sich über Details zum Flächennutzungsplan, spezielle Probleme durch Hochwasser oder bei Unwetter, über die Vorgehensweise bei der Vermarktung von Bauland oder aber über das Gefüge der derzeitigen Grundstückspreise erkundigte, schloss die Informationsveranstaltung ab. Beim Mittagessen im Gasthaus Stulberger in Maria Thalheim durfte das internationale Publikum noch bayerische Wirtshauskultur kennenlernen und in ungezwungener Atmosphäre die gesammelten Eindrücke verarbeiten.
In den vergangenen Jahren haben immer wieder Studierende aus über 30 Staaten während eines Studiengangs im Rahmen einer Exkursion die Gemeinde Fraunberg besucht. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind sie nach Hause zurückgekehrt und bekleiden dort mittlerweile wichtige Positionen.
Mögen auch diese jungen Menschen einen positiven Eindruck über unsere Gemeinde gewonnen haben, den sie mitnehmen und dort zum Wohle ihres jeweiligen Heimatlandes verwerten können.

11 01 fachexkursion master 590

Gruppenbild: Dr. Michael Stumpf, BGM Hans Wiesmaier, Koordinierungsbeauftragte Anni Gfirtner, Stephen Kweku (Ghana), Bunna Te (Kambodscha), Rathikarn Khambud (Thailand), Fidelis Mburu (Kenia), Turian Palacios (Bolivien), Daniel Kirumira (Uganda), Tong Zhou (China), Emmanuel Duru (Nigeria), Elfant Jamie (USA) und Huber Susanne (Deutschland).