23. Februar 2011

Einen besonders anschaulichen Schultag durfte die Klasse 4b der Grundschule Fraunberg aus Maria Thalheim am Mittwoch dem 23. Februar erleben. Wie schon eine Woche zuvor die Klasse 4a aus Reichenkirchen, waren sie zur Vertiefung im Schulfach HSU (Heimat- und Sachkundeunterricht) in die Gemeindeverwaltung nach Fraunberg gefahren um dort aus erster Hand zu erfahren, wie die Gemeinde Fraunberg verwaltungstechnisch organisiert ist und welche Aufgabengebiete vom Bürgermeister und seiner Verwaltung abzudecken sind. All diese Themen sind Unterrichtsstoff der 4. Klasse Grundschule und es ist bereits gute Tradition, den Lehrkörper aber auch unsere Kinder  in dieser Aufgabe bestmöglich zu unterstützen.
Schon bei der Begrüßung durch Bürgermeister Hans Wiesmaier zeigten sich die 19 Schülerinnen und Schüler in Begleitung ihrer Lehrerin Martina Hainer äußerst aufmerksam und wissbegierig. Einige von ihnen waren besonders erfreut, als sie sich auf einem im Eingangsbereich ausgestellten und von Schulkindern entworfenen Bild mit ihrem Namenszug wiederfanden.
Mit erstaunten Augen nahmen die Viertklässler die Ausführungen von Frau Angermaier wahr, als diese ihnen den finanziellen Umfang des Gemeindehaushaltes für das Jahr 2011 erläuterte. Der gewaltige Betrag von etwa 6 Millionen Euro überforderte dann doch viele der jungen Gemeindebürger und leicht protestierend gaben sie zu bedenken, dass in der 4. Klasse ja nur bis 100000 gerechnet wird. Die Schüler unmittelbar betreffende Zahlen für den jährlichen Schulaufwand wie z.B. für den Unterhalt der Fraunberger Grundschule mit ca. 92000 Euro, die Kosten für die Schülerbeförderung mit etwa 75000 Euro oder die Schulverbandsumlage mit ca.
100000 Euro, waren von ihnen dann schon besser einzuordnen.
Frau Feuchtgruber erläuterte der Gruppe dann die Bedeutung der Gemeindesteuern, wie sie erhoben werden, sowie den Sinn und Zweck der Gebühren und Beiträge von kostenrechnenden Einrichtungen. Erstaunlich war die Reaktion der Kinder, als sie aufgefordert wurden zu schätzen, wie viel ihrer Meinung nach wohl 1000 Liter Wasser in der Gemeinde Fraunberg kosten würden. Die Marge des Schätzungsergebnisses hatte einen erstaunlichen Umfang und reichte von unglaublichen 10000 Euro bis zum Wunschpreis von 0,21 Euro.
Die für Passamt und Gemeindeblatt zuständige Frau Schäffler wurde vor allem mit Fragen zu den Fotos für Reisepass oder Personalausweis überschüttet. „Warum darf man beim Fotografieren nicht lachen“ oder „Weshalb darf man keine Mütze aufhaben“, wollten die Schüler von Frau Schäffler wissen. Das Gemeindeblatt und seine Funktion waren erfreulicherweise allen Anwesenden bestens bekannt und mit Martin aus Kemoding befand sich sogar einer der fleißigen Austräger unter den jungen Besuchern.
Herr Neumaier konnte den nach wie vor aufmerksamen Schülern erklären, wie ein modernes Meldeamt mit Unterstützung von Computern funktioniert. Mit Beispielen von verschiedenen Namen aus der anwesenden Gruppe, konnten schnell und einfach die damit verbundenen Daten zur Anzeige gebracht werden. Wie ein Melde- oder Standesamt im 19. Jahrhundert geführt wurde, machte ein handschriftlich geführtes Buch aus der ehemaligen Gemeinde Thalheim deutlich. Ein Eintrag in der damaligen Zeit gebräuchlichen Kurrentschrift wurde von der begleitenden Lehrkraft jedoch ohne Schwierigkeiten den Kindern laut vorgelesen.
Großes Interesse zeigten die Kinder an einem dreidimensionalen Modell unseres Architekten für das neue Reichenkirchner Schulgebäude. Bürgermeister Wiesmaier erläuterte an diesem Beispiel, wie bei Planungen vorgegangen wird und welche Reihenfolge dabei einzuhalten ist. Auf einer weiteren Zeichnung, erkannten die Schüler recht bald ihre eigene Schule. Auch die kürzlich ausgeführten Arbeiten zur energetischen Sanierung des Schulhauses in Maria Thalheim standen ihnen noch vor Augen und so war es dem Bürgermeister ein leichtes auch diesen Plan zu erläutern. Ein besonderes Interesse weckte die Vorstellung des goldenen Buches der Gemeinde Fraunberg mit Einträgen von verschiedenen hochrangigen Gästen. Darunter befinden sich keine geringeren Persönlichkeiten wie z.B. der ehemalige Erzbischof der Erzdiözese München und Freising, Kardinal Wetter, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein aber auch der langjährige Thalheimer Pfarrer Anton Hornung. Eine Seite voll mit chinesischen Schriftzeichen brachte spontanes Raunen hervor bis der Bürgermeister erklärte, dass auch eine hochrangige chinesische Delegation schon Fraunberg besucht hatte, deren Delegationschef mit dem Rang eines hiesigen Ministerpräsidenten vergleichbar wäre.
Schließlich begab man sich in den Sitzungssaal, in dem man begleitet von einer wohlverdienten Brotzeit noch Gelegenheit hatte, dem Bürgermeister Fragen zu stellen. Stefanie wollte wissen, „Wie fühlt es sich an, Bürgermeister zu sein?“, die Frage von Laura war „Ist es stressig“ und Lukas wollte wissen, „Warum hat Fraunberg keinen Metzger?“. Aber auch „Ob der Bürgermeister noch etwas anderes macht“, „Wann der Spielplatz in Fraunberg gebaut wird?“ und „ob die Spielgeräte für die Thalheimer Schule schon bald aufgestellt werden?“, bewegte die kleinen Gemüter.
Mit einem kleinen aber äußerst herzlichen Geschenk bedankten sich unsere jungen Gemeindebürger beim Bürgermeister für die ihnen geopferte Zeit. Es bleibt zu wünschen, dass die vielen Informationen des heutigen Tages unseren Grundschüler eine Hilfe bei der Bewältigung ihres Lernstoffes sein mögen und sie sich darüber hinaus gerne an den Aufenthalt im Gemeindeamt erinnern.

11 02 schulkl in gemverw 590