- Bürgerkommune Fraunberg -

09. Februar 2018

Fraunberg - Die Starkregenereignisse in den letzten Jahren haben in Bayern viele lokale Hochwasser an kleinen Gewässern verursacht. Mit einem Sonderförderprogramm gegen Sturzfluten unterstützt das Bayerische Umweltministerium die Kommunen in Bayern bei der Vorsorge direkt vor Ort.
Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf kam persönlich nach Fraunberg, um den Förderbescheid an Bürgermeister Hans Wiesmaier und 2. Bürgermeister Hans Rasthofer zu übergeben. Als wichtiger Partner beim Hochwasserschutz war auch Amtschef Christian Leeb vom Wasserwirtschaftsamt München bei der Übergabe mit anwesend. Die Gemeinde Fraunberg ist somit die erste Kommune in Bayern, die eine solche Förderung erhält.

Bürgermeister Hans Wiesmaier begrüßte den hohen Gast aufs herzlichste und freute sich über diese „wichtige Unterstützung für unsere Gemeinde“, die schon mehrmals in den letzten Jahren von Starkregenereignissen betroffen war. Er nannte den Schutz vor Sturzregenereignissen als eine „dem Klimawandel geschuldete Herausforderung unserer Zeit“. Der Bürgermeister sprach in diesem Zusammenhang auch von der „Notwendigkeit neue Wege zu gehen“ und resümierte im Hinblick auf die Anwesenheit der Vertreter einschlägiger Institutionen: „Wir brauchen dabei Partner die uns fachlich und finanziell zur Seite stehen“.
Er führte weiterhin an, dass sich die Gemeinde gemeinsam mit der Bürgerschaft auf den Weg machen will um neue Projekte zu entwickeln. Einen wichtigen Schritt hin zu wirksamen Maßnahmen, sah er in der Ausweisung von Retentionsflächen zum Hochwasserschutz. Dies, so Wiesmaier, setze aber die Bereitschaft der anliegenden Grundstücksbesitzer voraus. Die Gemeinde Fraunberg mit ihren 36 km Gewässer 3. Ordnung, werde dann auch mit ihren „kleineren Maßnahmen“ einen großen Beitrag zur Entlastung der großen Gewässer leisten können.

Umweltministerin Ulrike Scharf betonte bei der Übergabe des ersten Förderbescheids aus dem Programm an die Gemeinde Fraunberg, dass Starkregenereignisse in den letzten Jahren in Bayern viele lokale Hochwasser an kleinen Gewässern verursacht hätten. Mit einem Sonderförderprogramm gegen Sturzfluten unterstützt das Bayerische Umweltministerium die Kommunen in Bayern bei der Vorsorge direkt vor Ort.
Sie machte weiterhin deutlich: "Der Schutz vor Sturzfluten ist eine neue wichtige Säule des Hochwasserschutzes in Bayern. Zentraler Baustein ist der Hochwasserschutz in den Regionen. Hochwasserschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt und kann nur Hand in Hand mit den Kommunen erfolgreich sein. Das Förderprogramm ermöglicht es den Gemeinden, maßgeschneiderte Konzepte für den bestmöglichen Hochwasserschutz zu schaffen. Die Gemeinde Fraunberg ist die
erste Kommune in Bayern, die eine solche Förderung erhält. Ich freue mich,
dass die Gemeinde die Chance ergreift und aktiv Maßnahmen zum Schutz
ihrer Bürger vor Hochwasser und Sturzfluten entwickelt."

Ziel des von der Gemeinde Fraunberg zu entwickelnden Sturzfluten-Risikomanagements soll sein, neben kommunalen Schutzmaßnahmen insbesondere auch das Risikobewusstsein der Bürger und die Eigenvorsorge zu verbessern.
Die Gemeinde hat vom Bayerischen Umweltministerium für die Entwicklung der Konzepte eine Förderung von 150.000 Euro erhalten.

Insgesamt stehen 3 Millionen Euro für Fördermaßnahmen in 40 Kommunen
zur Verfügung. 24 Gemeinden haben sich derzeit zum Förderprogramm an-
gemeldet. Fraunberg ist die erste Gemeinde, die eine Förderzusage erhält.
Demnächst sollen Wolfratshausen, Traunstein und Wörth sowie weitere Gemeinden aus allen Regierungsbezirken ihren Zuwendungsbescheid erhalten.
Das Sonderförderprogramm richtet sich insbesondere an kleinere Kommunen, für die
Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein können. Ziel des Sonderförderprogrammes ist es, die Hochwassergefahren nicht nur von kleinen Gewässern, sondern auch von sogenanntem wild abfließendem Wasser in einer Kommune zu erkennen.
Darauf aufbauend werden individuelle Handlungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen für die Kommunen sowie für die Betroffenen vor Ort aufgezeigt. Nicht nur die klassischen Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes, sondern auch Elemente wie die Hochwasservorsorge bei der Flächennutzung oder Bauleitplanung werden dabei beleuchtet. Das Sonderprogramm ergänzt das bestehende Förderangebot zur ökologischen Gewässerbewirtschaftung und zum Hochwasserschutz an den Gewässern dritter Ordnung.

Insbesondere im Jahr 2016 haben Starkregen-Ereignisse auf kleinstem Raum massive Hochwasserkatastrophen mit Todesfällen und Schäden in Milliardenhöhe ausgelöst. Besonders die kleinen Gewässer waren von den extremen Sturzfluten betroffen.
Die Hochwasserwellen lagen durch die massiven Niederschläge in vielen Bereichen
weit über hundert jährlichen Ereignissen. Für den Hochwasserschutz investiert der
Freistaat bis 2020 bayernweit rund 3,4 Milliarden Euro.
Weitere Informationen zum Sonderförderprogramm sind im Internet verfügbar unter
http://www.stmuv.bayern.de/themen/wasserwirtschaft/foerderung/index.htm
Text: R.H. / Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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Foto: R.H.
v.l.n.r.: Christian Leeb, Wasserwirtschaftsamt München, Umweltministerin Ulrike Scharf, Bürgermeister Hans Wiesmaier, 2. Bürgermeister Hans Rasthofer