- Bürgerkommune Fraunberg -

01. Mai 2018

Petrus ist ein Maibaumfreund: so könnte man resümieren, wenn man das ideale Wetter betrachtet, das in Maria Thalheim und Tittenkofen bei den Maibaumfeiern herrschte. Viele Besucher wollten sich die Brauchtumsfeiern nicht entgehen lassen und so kamen nicht nur die Maibaumaufsteller zum Schwitzen, auch an den Ausgabestellen für Essen und Getränke hatte man alle Hände voll zu tun. Ab sofort sind in beiden Ortschaften wieder prächtige Traditionsstangen zu bewundern, die unsere starke Verwurzelung in bayrischem Brauchtum bezeugen.

Maria Thalheim – Sie nennen sich „Maibaumfreunde Maria Thalheim“, die sich um den Erhalt der großen bayerischen Tradition des Maibaumaufstellens in Maria Thalheim kümmern. Diesmal führte das „Thalheimer Haisl“ die Regie bei der Organisation und wurde dabei durch die Ortsvereine unterstützt.
Den 33 Meter langen Baum stiftete Josef Jell (Reinl) aus Hinterbaumberg.
Noch im Rohzustand und auf dem Felde liegend wurde die noch ungeschälte Fichte von der Steinkirchner Landjugend gestohlen und musste teuer ausgelöst werden. In der Ortsmitte beim Berge seinem Stadel wurde der Baum dann hergerichtet und akribisch bewacht. Weitere Diebstahlsversuche von anderen Gruppierungen konnten abgewendet werden.
Beim Aufstellen bildete der Dorfplatz in Maria Thalheim mit der Wallfahrtskirche und den umliegenden Gebäuden eine Bilderbuchkulisse für den bayerischsten aller Bräuche. Dies ließen sich auch viele Gäste aus Nah und Fern nicht entgehen und freuten sich, als unter den Kommandos von Alois Irl das Prachtstangerl, traditionsgemäß mit Schwalben und von einem Kran gesichert aufgestellt wurde. Zur Unterhaltung spielten die Stadtkapelle Dorfen und der Isentaler Schalmeien-Express.
Der Bandltanz, einstudiert von Petra Unterreitmeier, wurde von der Thalheimer Dorfjugend aufgeführt und ein extra aufgebauter Tanzboden lud anschließend die vielen Gäste dazu ein, ihr Tanzbein zu schwingen.

Fotos: Maibaumfreunde Maria Thalheim



Tittenkofen - Alle vier Jahre wird die Dorfgemeinschaft Tittenkofen aktiv, wenn es darum geht, den Brauch des Maibaumaufstellens zu pflegen.
Stifter des 25 Meter langen Baumes war diesmal Jakob Irl. Der Baum musste eine lange Anreise auf sich nehmen. Er wurde mittels Traktor und Nachläufer in 1½-stündiger Fahrt aus dem Bachweber-Holz bei Baierbach herangeschafft. Daraufhin wurde er auf dem Hof von Christian Gruber gelagert und mit den dazugehörigen Utensilien geschmückt. Auch in Tittenkofen wurden Diebstahlversuche registriert (Langengeislinger Burschen, Neuchinger Burschen), die aber ob der akribischen Bewachung und der strategisch günstigen Lage des Maibaumstüberls alle vereitelt werden konnten.
Beim Aufstellen erlebten die Dingkofner dann eine Premiere. Wahrscheinlich waren noch nie so viele Leute in dem kleinen Dorf versammelt wie heute, wie einer der Gäste anerkennend bemerkte.
Unter den bewährten Kommandos von Hermann Klobensteiner wurde der Baum mit Schwalben traditionsgemäß aufgestellt.
Tittenkofener Kinder führten dann einen Bandeltanz auf, zu dem sie Hans Huber mit seiner Harmonika begleitete und der von Claudia Gruber einstudiert wurde.

Fotos: Dorfgemeinschaft Tittenkofen


Text: R.H.