In unmittelbarer Nähe zum Flughafen München gelegen, unterliegt die Gemeinde Fraunberg einem enormen Veränderungsund Anpassungsdruck, der alle Lebensbereiche umfasst. Gemeinderat und Bürger haben sich entschlossen, der Entwicklung nicht freien Lauf zu lassen, sondern aktiv einen neuen Weg zu gehen, bei dem die Nachhaltigkeit und der schonende Umgang mit der Ressource Grund und Boden an erster Stelle stehen.
Die starke landwirtschaftliche Prägung der gesamten Gemeinde mit ihren 42 Ortsteilen und die vielen Zukunftsbetriebe in den Dörfern, Streusiedlungen, Weilern und Einzelhoflagen legen eine Gemeindeentwicklung mit den Schwerpunkten Sicherung der Kulturlandschaft und Leben und Arbeiten im gesamten Gemeindegebiet nahe.

Ziele:

  • Ökologisch, soziokulturell und ökonomisch nachhaltige Entwicklung der Gemeinde
  • Sicherung der gewachsenen Kulturlandschaft und einer intakten (Land-) Wirtschaft durch nachhaltige Siedlungs- und Landschaftsentwicklung
  • Stärkung der sozialen Netzwerke im gesamten Gemeindegebiet
  • Leitbild: Wohnen und Arbeiten im gesamten Gemeindegebiet
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Beteiligung der Gemeindebürger und -innen am kommunalen Entwicklungsprozess

Maßnahmen:

  •  Erarbeitung eines Entwicklungsund Handlungskonzepts für eine ökologisch, soziokulturell und ökonomisch nachhaltige Entwicklung
  • Gründung des Vereins „Gemeindeentwicklung Fraunberg e. V.,' um möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu bieten, sich am Entwicklungsprozess zu beteiligen, u. a. durch
  • Unterstützung von Maßnahmen, die helfen, das regionale Netzwerk der Gemeinde zu stärken, Förderung regionaler Baukultur und des traditionellen Brauchtums
  • Unterstützung von ländlichen Entwicklungsmaßnahmen, die zur Qualifizierung und Stärkung ortsnaher Dienstleistungen, zur Stärkung von Handwerks- und Kleinbetrieben ebenso wie zur Verbesserung der Marktchancen landwirtschaftlicher Betriebe beitragen
  • Unterstützung von Maßnahmen, die zur Revitalisierung der Hauptorte/Ortskerne und der Siedlungen im Außenbereich der Gemeinde führen
  • Änderung des Flächennutzungsplans unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie „Kulturlandschaft" durch Eindämmung des Flächenverbrauchs, Zurücknahme der Gewerbegebietsausweisungen und von Wohnbauflächen zugunsten einer angepassten baulichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung und Aufbau neuer Wohn- und Wirtschaftsstrukturen im Einklang mit der Landwirtschaft
  • Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für die Gemeindeentwicklung als Anlaufstelle für die Projektgruppen und für private Initiativen
  • Aufbau eines internetbasierten "Gebäude-und Grundstücksmarktes Fraunberg" zur Vermittlung und damit zur Weiternutzung von Gebäuden und Flächen

Nutzen:

Im Zuge einer Flächennutzungsplanänderung wird der Flächenverbrauch in der Gemeinde eingedämmt, Ausweisungen von Gewerbegebieten oder Wohnbauflächen werden zugunsten einer angepassten baulichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklungen in den Dörfern und Ortschaften zurückgenommen.
Neben langfristigen Perspektiven für die Landwirtschaft und einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der kleinen Ortschaften und Weiler durch zeitgemäße und der Situation angepasste Formen von „Wohnen und Arbeiten" entstehen neue Modelle zur besseren Kooperation und Vernetzung verschiedener Stellen.
Im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft freiwerdende Bausubstanz und Grundstücke sollen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Mehrere kleinere Gewerbebetriebe konnten bereits in vorhandener Bausubstanz im Außenbereich untergebracht werden. Die vorbildliche Bürgerbeteiligung in Fraunberg zeigt sich insbesondere durch den Verein „Gemeindeentwicklung Fraunberg e. V.. Der Verein versteht sich als Dachorganisation, die allen Bürgern fachliche und finanzielle Hilfestellung anbietet. Arbeitskreise werden aus den örtlichen Vereinen heraus gebildet und bieten so möglichst vielen Bürgern Möglichkeiten, sich am Entwicklungsprozess zu beteiligen.

Votum ...

Eine überzeugende Ideenvielfalt entspringt aus dem eigens gegründeten Gemeinde- Entwicklungs-Verein und der überaus starken Beteiligung der Bürger. Die Rücknahme von Gewerbe- und Wohngebietsausweisungen erhält die traditionelle Ortstruktur mit Weilern und Ortsteilen.