- Bürgerkommune Fraunberg -

30. April 2022

Fraunberg / Gemeindezentrum – Eine illustre Schar honoriger Gemeindebürger und Gemeindebürgerinnen hatte sich im Bürgersaal des Gemeindezentrums Fraunberg versammelt. Anlass war die Verleihung des Gemeindepreises „Der Fraunberger“, der alle zwei Jahre vergeben wird, diesmal für das Jahr 2021.
Und auch diesmal ging er an zwei Personen, die sich „durch ihr Engagement zum Wohle der Gemeinde Fraunberg verdient gemacht haben“, ganz so, wie es in den Richtlinien zur Preisvergabe bestimmt ist.

Bürgermeister Hans Wiesmaier freute sich besonders, Ulrike Scharf, MdL, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales als Festrednerin begrüßen zu dürfen. Ebenso stellvertretenden Landrat Franz Hofstetter, 2. Bürgermeister Hans Rasthofer (dritte Bürgermeisterin Anni Gfirtner konnte aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen), den fast vollzähligen Gemeinderat, Diakon Christian Pastötter, die Bürgermedaillenträger Sepp Lanzinger und Franz Baumgartner sowie bereits mit dem Gemeindepreis ausgezeichnete Personen und Gruppen.

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Der Bürgermeister betonte, dass diesmal über 20 Vorschläge eingegangen sind und sich das Vorprüfungsgremium sowie anschließend der Gemeinderat einstimmig für die aktuellen Preisträger entschieden haben. Elvira Stulberger und Dr. Hansjörg Walther.

Ulrike Scharf, MdL, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, nutzte die Gelegenheit und nahm in ihrer Festansprache das Thema „Gelebte Menschlichkeit in Bayern“ zum Anlass, um Parallelen zu den zu Ehrenden hervorzuheben.
Mit einem Zitat von Lady Roosevelt: “Wenn du dich entschieden hast, wo deiner Meinung nach gehandelt werden muss, dann habe den Mut, aufzustehen und dich einzubringen”, leitete sie auf die Preisträger über.
Sie nannte es „ein Glück in Bayern zu leben“, einem Bundesland, in dem sich überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren. Jeder Ehrenamtliche hält die christliche Fahne der Menschlichkeit hoch und sorgt dafür, dass unsere Gesellschaft lebt und hier Fraunberg eine lebenswerte Gemeinde bleibt.

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„Ehrenamt stärkt Eigenverantwortung“, resümierte die Staatsministerin und bezeichnete die Preisträger als Juwelen der Gesellschaft.
Scharf zeigte sich tief betroffen um die aktuellen Geschehnisse um den Ukraine-Krieg. 110.000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind derzeit in Bayern, 45.000 davon sind Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Aber auch hier wusste sie zu berichten, dass viele Menschen helfen und teilweise dabei über sich hinaus wachsen.
Die Staatsministerin gratulierte Elvira Stulberger und Dr. Hansjörg Walter zu ihrer Auszeichnung, Sie bescheinigte den Beiden unter dem Applaus der anwesenden Festgäste, dass sie als Vorbild für andere, ein ganz starkes Bekenntnis zu unserer Heimat Bayern abgeben und bezeichnete sie als „besondere Menschen mit ganz besonderem Engagement“.

Die Laudatio zu den Preisträgern hielt Bürgermeister Hans Wiesmaier.

Laudatio Elvira Stulberger
In seiner Laudatio hob Bürgermeister Hans Wiesmaier die besonderen Leistungen von Elvira Stulberger auf den Gebieten Sport und Gesellschaft hervor.

Bereits vor ihrer Heirat und der Verlegung ihres Lebensmittelpunktes nach Fraunberg, war Elvira Stulberger in Erding auf dem Gebiet des Sports äußerst aktiv. Nicht nur als Übungsleiterin in der Frauengymnastik, im Kinder- und Kleinkinderturnen beim TSV Erding, bei Mutter-Kind-Turnen, als Trainerin für Senioren und Präventiv-Sport aber auch als Kampfrichterin bei Sportfesten oder Organisatorin von Jugendfreizeiten, machte sie sich einen Namen.
Stulberger nahm die verschiedensten Ämter beim TSV Erding und beim BLSV wahr.

Als sie dann nach Fraunberg kam, setzte sie ihr sportliches Engagement beim FC Fraunberg fort und bot dort das Mutter-Kind-Turnen von 1992 bis 1994 an. Sie war gern Co-Organisatorin bei Kinderausflügen und -Veranstaltungen und seit ca. 25 Jahren bietet sie auch beim TSV Thalheim Kleinkinder- und Kinderturnen an.

Ihr gesellschaftliches Engagement ist aus der Gemeinde Fraunberg nicht mehr wegzudenken. Sie war von 2006 bis 2010 Beisitzerin und von 2010 bis 2014 Schriftführerin im Obst- und Gartenbauverein Fraunberg

Im Gemeindeentwicklungsverein Fraunberg war sie als Mitglied maßgebend daran beteiligt, den Panoramaweg Fraunberg ins Leben zu rufen.

Aus der Projektgruppe "Älter werden in der Gemeinde Fraunberg" entwickelte sich die Nachbarschaftshilfe "JAa! -Jung und Alt aktiv" . Als Gründungsmitglied übernahm Elvira Stulberger ab dem Gründungstag 2014 die Einsatzleitung für vier Jahre und begleitet seither die NbH als Beisitzerin.

Ein besonderes Anliegen ist ihr die Handarbeitsgruppe in der Nachbarschaftshilfe. Zweimal pro Monat - immer dienstags - kümmert sie sich mit großer Hingabe um die Seniorinnen, die sich auf die Handarbeitsnachmittage freuen. Stricken, häkeln, klöppeln, alles wird geboten. Elvira kümmert sich um das Handarbeitsmaterial, Zeitschriften, Anregungen, wenn's sein muss auch um Fahrdienste, und natürlich kommt der Genuss nicht zu kurz - sie bäckt Kuchen, bringt Kaffee mit und versorgt "ihre" Damen.

Zusätzlich leitet Stulberger im Kath. Bildungswerk seit 2017 das Eltern-Kind-Programm im Pfarrheim Maria Thalheim. Bis zur Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie führte sie zwei Gruppen. Derzeit bietet sie mit Herzblut zusammen mit zwei weiteren EKP-Leiterinnen die Betreuung von vier bis fünf Gruppen aus 45 Familien an.

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Laudatio Dr. Hansjörg Walther
In seiner Laudatio hob Bürgermeister Hans Wiesmaier die besonderen Leistungen von Dr. Hansjörg Walther auf den Gebieten Behindertenarbeit, Nachbarschaftshilfe/Flüchtlingsbetreuung und in vielen weiteren Bereichen unserer Gesellschaft hervor.

Sein Engagement hinsichtlich Behindertenbetreuung im Landkreis Erding begann 1971 in der unter Landrat Dr. Hans Zehetmair initiierten Elternvereinigung Lebenshilfe Erding e.V. In der Behindertenbetreuung übernahm er zusammen mit seiner Frau Gisela das erste Ehrenamt in der Begleitung von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Als Verwaltungsrat der Lebenshilfe setzte er sich besonders für die Interessen behinderter Menschen und deren Familien ein. In dieser Funktion war und ist es ihm ein Herzensanliegen, die Interessen der behinderten Menschen und deren Familien zu vertreten und sich für die Förderung und Begleitung in den Bereichen Wohnen und Arbeit einzusetzen. Neben der Schaffung von Arbeitsstätten ist die gesellschaftliche Integration der Menschen mit Behinderung für Walther ein wichtiges Anliegen.
Im Januar 1991 wurde ihm und seiner Frau Gisela das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Seitdem Hansjörg in Fraunberg seine Heimat gefunden hat, engagiert er sich auch bei uns in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen.
In einer Projektgruppe des Gemeindeentwicklungsverein Fraunberg e.V. "Älter werden in der Gemeinde Fraunberg - JAa! Jung und Alt aktiv", arbeitete er von Beginn an mit.
Aus dieser Projektgruppe heraus entwickelte sich die Nachbarschaftshilfe Fraunberg JAa! Jung und Alt aktiv, wobei Dr. Walther sich am 20. Februar 2014 als Gründungsmitglied eintrug und gleich eine Aufgabe in der Vorstandschaft des neuen Vereines übernahm - und bis heute innehat.
Der mitunter größte Verdienst des Geehrten, ist seit April 2014 seine Hingabe bei der Betreuung der Flüchtlinge in Grucking. Er ist für sie verlässlicher Begleiter und Ansprechpartner in allen Belangen. Er unterrichtet Deutsch, Englisch und Mathematik bei Schülern und Erwachsenen, bietet Unterstützung als Einkaufshilfe, bei Aufenthaltsanträgen und - titeln, beim Erlangen des Flüchtlingsstatus, bei der Wohnungsbeschaffung, der ärztlichen Versorgung sowie beim Übersetzen" der amtsdeutschen Anweisungen und Vorgaben. Nicht zu vergessen sind die vielen, vielen kostenlosen Fahrdienste, die von vielen Gemeindebürgern wahrgenommen werden, wenn Hansjörg mit seinem Auto wieder einmal Richtung Grucking fährt.

Zusammen mit Bernd Grabert hat Dr. Walther die Abteilung Tennis der SG Reichenkirchen aufgebaut und den Bau des Tennisheims initiiert. Er war lange Jahre Tennis-Schiedsrichter für die SG, und leitete als Trainer die Skigymnastik in der Turnhalle in Maria Thalheim.

Er war von Beginn an dabei, als interessierte Musiker aus Fraunberg und Umgebung das Gemeindeorchester gründeten. Als leidenschaftlicher Cellist ist Dr. Walther ein fixer Bestandteil in der Orchesterbesetzung. Auch den vor einigen Jahren gegründeten „Chor Taktvoll“, verstärkt er mit seiner Stimme.

Im Obst- und Gartenbauverein Fraunberg brachte er lange Zeit sein Wissen in der Baumpflege ein. Sein Spezialgebiet jedoch ist die Anlage von Spalierbäumen.

Auch in der Vorstandschaft des Gemeindeentwicklungsvereins bringt er seit 2013 seine Kompetenz ein.


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v.l.n.r.: Dr. Hansjörg Walther, stellvertretender Landrat Franz Hofstetter, Elvira Stulberger, Bürgermeister Hans Wiesmaier, Staatsministerin Ulrike Scharf

Stellvertretender Landrat Franz Hofstetter war gerührt und bescheinigte der Gemeinde Fraunberg, dass die Preisverleihung den Zusammenhalt in Fraunberg wiederspiegle. Er nannte unsere Gemeinde ein Musterbeispiel, in dem unter Einbeziehung der Gemeindebürgerinnen und Bürger über den Gemeindeentwicklungsverein ein starker sozialer Gedanke praktiziert wird. Den Preisträgern gratulierte er zu ihrer Ehrung und ermunterte sie: „macht’s weiter so!“.

Gemeindebürgerin Ulrike Scharf als neue Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, wurde gebeten, sich ins Goldene Buch der Gemeinde Fraunberg einzutragen.

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Zum Abschluss des Festaktes wurde die Bayern Hymne gesungen. Das Gemeindeorchester Fraunberg, welches selbst schon mit dem Preis „Der Fraunberger“ ausgezeichnet wurde (2015), sorgte für die passende musikalische Umrahmung.

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Text und Fotos: Raphael Hackl

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