„Großer Zapfenstreich“ – Vereine, Institutionen und Freunde überraschen den nach 30 Jahren aus dem Bürgermeisteramt scheidenden Gemeindechef an seinem letzten Arbeitstag

– Bürgerkommune Fraunberg –
30. April 2026

Fraunberg – Das war eine gelungene Überraschung. 30 Jahre lang war Hans Wiesmaier Bürgermeister der Gemeinde Fraunberg. Eigentlich hatte er sich vorgenommen, an seinem letzten Arbeitstag bis zum Schluss vor dem Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten.
Eigentlich. Schon der Tagesbeginn gestaltete sich anders als gedacht. Am frühen Morgen wurde er von den Gemeindefeuerwehren zu Hause in Großhündlbach abgeholt. Diese rückten mit ihren gesamten Fahrzeugpark an und fuhren ihn mit Blaulicht nach Fraunberg zur Gemeindekanzlei.

Bürgermeister Hans Wiesmaier wird an seinem letzten Arbeitstag von den drei Gemeindefeuerwehren zum Dienst abgeholt

Dort angekommen warteten schon die Böllerschützen von Hubertus Fraunberg um ihn mit Salutschüssen gebührend zu empfangen. Schließlich rückte noch das Kinderhaus St. Florian Fraunberg in voller Stärke mit ca. 150 Kindern und Betreuerinnen an und überbrachte seinen Dank und Ehrerbietung.

 

Das Kinderhaus St. Florian singt und überbringt Geschenke

Tags zuvor hatten schon der Gemeinderat nach seiner diensttäglichen Sitzung und die Mitarbeiter im Gemeindeteam ihrem Chef die besten Wünsche zu seinem Ruhestand überbracht und Geschenke überreicht.

Nach seiner letzten von Ihm geleiteten Gemeinderatssitzung 2. Bürgermeister Hans Rasthofer und dritte Bürgermeisterin Anna Gfirtner überreichen das Abschiedsgeschenk des Gemeinderates – ein 3D-Modell des Rathauses Fraunberg

Aber damit nicht genug.
Am späten Donnerstagnachmittag marschierten ohne Wissen des zu Ehrenden die Vereine aus dem gesamten Gemeindebereich mit Fahnen und in Vereinskleidung vor dem Gemeindezentrum auf, um bei ihrem Hans Wiesmaier Danke zu sagen. Dieser wusste von nichts und zeigte sich ein weiteres Mal überrascht und gerührt. Es dürften sich etwa 250 Menschen auf dem Rathausplatz eingefunden haben, als im Hintergrund auf einer Trompete gespielt „Il Silenzio“ erklang (Bart Georg). Die Situation glich dem „Großen Zapfenstreich“, dem protokollarisch höchstrangigen militärischen Zeremoniell der Bundeswehr, das man als höchste Auszeichnung Zivilpersonen zuteilwerden lässt. Sobald der letzte Ton verklungen war, folgte lange anhaltender Applaus der vielen Anwesenden.

Einer der Hauptorganisatoren dieses Danksagens durch die Vereine, Franz Obermaier, ergriff das Wort und brachte es auf den Punkt: „A Gemeinde ohne Vereine, des geht ja gar ned!“. Und eben diesem Hans Wiesmaier bescheinigte er, während seiner Amtszeit stets Wegbereiter für die Vereine und als Freund bei den Vereinen gewesen zu sein.

Franz Obermaier, 1. Vorstand des Krieger- und Soldatenvereins Maria Thalheim überbrachte das Grußwort der Vereine

Bürgermeister Hans Wiesmaier war sichtlich gerührt. Er konstatierte, dass es ihm einerseits sehr schwer, andrerseits dann doch wieder leicht falle, den Stab zu übergeben.

Der scheidende und der zukünftige Bürgermeister Oben rechts: Hans Wiesmaier, Simon Selmeier

Er sei sich sicher, dass die „Übergabe“ an die nächste Generation funktioniert habe und er zuversichtlich in die Zukunft blicken könne. „Ich möchte alle umarmen und Dankeschön sagen“, sagte er.
Ein großes Dankeschön ging auch an seine Familie, im Besonderen seine Frau Brigitte, die ihm während seiner Amtszeit uneingeschränkte Unterstützung zuteilwerden ließ.

Am letzten Arbeitstag von Bürgermeisters Hans Wiesmaier teilhaben und ihm die Ehre geben wollten auch ganz illustre Gäste. Allen voran Staatsministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin Ulrike Scharf sowie Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages (Kreisverband Erding).

Eine besondere Überraschung hatte dann noch Gemeindeamtsleiterin Tanja Göbl parat. Sie bescheinigte ihrem Rathauschef, stets nach dem eigenen Motto – „Gemeinde findet nicht nur im Kopf statt, sondern auch im Herzen“ – gehandelt zu haben. Den letzten Arbeitstag von Bürgermeister Hans Wiesmaier sah sie als einen „unbeschreiblichen Tag, an dem alle gekommen sind um Danke zu sagen“. Sie überreichte ihm ein Buch als Geschenk, in dem sich alle Vereine und Institutionen mit einem Beitrag in Form von Bild und Text eingetragen haben.

Amtsleiterin Tanja Göbl überreicht das Geschenk der Vereine, Institutionen und weiterer Beteiligter
Titel des Buches: „Vielen Dank unserem Bürgermeister Hans Wiesmaier“

„Es geht in eine neue Zeit, aber auch in eine gute!“, resümierte abschließend der noch amtierende Bürgermeister Hans Wiesmaier mit Blick auf seinen Nachfolger Simon Selmeier und dessen Gemeinderat. Aber auch mit Blick auf die vielen anwesenden Gäste, die er als Beweis dafür sah, dass in der kleinen Gemeinde Fraunberg vieles möglich ist, da Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement und gegenseitige Achtung und Unterstützung an erster Stelle stehen.

Auf eine gute und erfolgreiche Zukunft für unsere Gemeinde Fraunberg!

Ulrike Scharf, Staatsministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin wollte ihrem Hans Wiesmaier an seinem letzten Arbeitstag die Ehre geben. vorne von links: Brigitte Wiesmaier, Bürgermeister Hans Wiesmaier, Ulrike Scharf
Die ganze Gemeinde war auf den Beinen
Ozapft is! Der neue Bürgermeister Simon Selmeier assistiert seinem Vorgänger Hans Wiesmaier
Ein Prosit der Gemütlichkeit

Text: R.H Bilder: R.H. / Kathrin Wiesmaier

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